(105) -> 13.9.2026
Irgendwas ist schon wieder nicht in Ordnung. Auf dem unteren Bahnsteig des Bahnhofes Berlin-Friedrichstraße fahren die Züge unregelmäßig. So steht es auf der Anzeigetafel. Ein Polizeieinsatz Im Bereich Schönholz. Blöd: Da muss ich lang.
Auf der Anzeigetafel stehen unterdessen Fahrtziele, die zufällig gewählt sind. Oben dran steht „Nordbahnhof“, aber es fährt die S-Bahn nach Bernau ein. Ich steige ein, obwohl ich nicht nach Bernau will, aber bis Bornholmer Straße könnte ich mitfahren.
Es herrscht allgemeine Verwirrung unter den Fahrgästen. Wo fährt dieser Zug denn nun hin?
Der Lokführer scheint das auch nicht genau zu wissen. Auch er erwähnt einen Einsatz in Schönholz, und er wisse selbst noch nicht genau, bis wohin wir kommen würden. Er fahre jetzt erst mal, und dann müssten wir uns überraschen lassen.
So tasten wir uns alle gemeinsam vor. Ein Paar, das vor sitzt, rätselt auch. Sie wollen nach Frohnau. Wir beginnen, uns zu unterhalten. Nach Frohnau, und ich nach Oranienburg, müssten wir umsteigen. Aber wenn kein Zug über Schönholz fährt, ist es schwierig. Man könnte die U-Bahn nehmen. Ich könnte auch den RE5 nehmen, der aber fahre angeblich auch nicht.
Als wir den Humboldthain verlassen, kommt wieder eine Ansage. Doch er ist kaum zu verstehen, weil ein Herr im Abteil uns gegenüber laut telefoniert und nicht daran denkt, kurz mal Pause zu machen. Die Frau mir gegenüber ist wütend: „Können Sie kurz mal ruhig sein?“ Aber der Telefonist lacht nur: Man wisse doch eh, was der Lokführer sage, und man könne es sowieso nicht ändern. Die Frau schnauzt ihn an, aber der Telefonmann lässt sich nicht beirren.
Laut Ansage fahre der Zug aber nun nur bis Buch, aber immerhin komme er durch das Nadelöhr.
Ich steige in Gesundbrunnen aus. Warten, was passiert.
Tatsächlich wird nach einigen Minuten eine S1 nach Oranienburg angekündigt – aber über Pankow und Schönfließ. Spontan umgeleitet. Ich bin erstaunt, dass das so spontan funktioniert.
Als die S-Bahn einfährt, kommt eine Lautsprecherdurchsage, dass der S-bahn-Verkehr gestört sei und derzeit keine Bahnen in Richtung Frohnau und Oranienburg fahren. Die Verwirrung ist wieder mal maximal – denn die S-Bahn nach Oranienburg steht ja da.
ich steige ein, und im Zug sagt der Fahrer per Durchsage, dass wir nach Oranienburg fahren, aber eben über Pankow.
Hinter der Bornholmer Straße biegen wir tatsächlich auf die andere Strecke ab.
Im anderen Abteil telefoniert eine junge Frau. Als wir aber Pankow erreichen stutzt sie und beendet das Telefonat.
Einige Leute steigen irritiert aus, sie haben trotz aller Ansagen die S1-Umleitung scheinbar nicht mitbekommen. Die Frau, die bis eben telefoniert hat, schaut mich an und fragt, wieso wir in Pankow seien. Ich erkläre es, und ich frage, wo sie hinwolle. Sie will nach Frohnau. Ich rate ihr, im Zug zu bleiben, um dann in Hohen Neuendorf umzusteigen und die eine Station zurückzufahren.
Sie setzt sich dann auch wieder hin.
Die S-Bahn zuckelt dann regelrecht durch die Gegend. Mehrfach bleiben wir lange stehen. Der Fahrer meldet sich zwischendurch, dass man sich nach und nach durchschlängele, immerhin sei der Zug auf dieser Strecke so nicht eingeplant gewesen. Auch vor Mühlenbeck-Mönchmühle stehen wir lange, weil uns auf der eingleisigen Strecke gleich zwei Züge entgegenkommen.
In Oranienburg angekommen, haben wir ziemlich lange aus Berlin raus gebraucht, wir immerhin: Wir sind angekommen.
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