Weddinger Kinoabend

Den Berliner Wedding hatte ich bei meinen vielen Kinobesuchen bislang nicht auf dem Schirm. Diesmal aber hat es gepasst. Ich wollte einen Film sehen, der im Norden der Stadt nur im Citykino Wedding zu sehen war.

Es ist eines der älteren Traditionskinos in der Stadt. Könnte man meinen. Denn in der jetzigen Form ist es erst 2014 an den Start gegangen.
Es befindet sich an der Müllerstraße – da, wo der Eiffelturm steht. Also, die kleine Attrappe. Das Kino ist nämlich auf dem Gelände des Centre Français de Berlin. Es war Kulturzentrum der Franzosen in Berlin, der Kinosaal wurde bis 2007 genutzt.

Das Kino ist etwas versteckt in der zweiten Reihe des Komplexes. Man kommt erst mal in einen Vorraum, der wie ein Theaterfoyer wirkt. Zum eigentlichen Kino muss man eine Etage höher. Der Eintritt kostete 9 Euro, was für heutige Verhältnisse preiswert ist.
Der Saal selbst wirkt ein wenig abgerockt. Der Teppichbelag ist fleckig, alles hat einen 80er-Charme. Die Zuschauerreihen reichen ziemlich hoch, in den hinteren Reihen guckt man auf die Leinwand runter. Deshalb setzte ich mich in Reihe 4, wo man direkt auf die Leinwand schaute.
Die Überraschung, als sich der Vorgang öffnete: Da kommt erst mal eine breite Bühne zum Vorschein, und ganz hinten wird der Film projiziert. Ein bisschen verschenkt, vielleicht wäre es sinnvoll, eine Leinwand mehr an den Bühnenrand zu schieben. Ich saß jedenfalls in Reihe 4 ideal.

Ich wollte dann noch einen zweiten Film in der Spätvorstellung sehen. Im Cinestar Tegel lief der ziemlich spät, im Alhambra eine halbe Stunde früher. Also blieb ich im Wedding.
Auch im Alhambra war ich noch nie. Seltsamerweise ist es mir auch noch nie so richtig aufgefallen, obwohl es direkt an der Kreuzung Müllerstraße/Seestraße liegt, also sehr zentral im Wedding.
Es gehört zur Cineplex-Gruppe. Es sieht sehr modern aus, dabei ist es schon mehr als 100 Jahre alt. Könnte man meinen. Es entstand 1916, ausgebaut 1921, im Krieg aber zerstört. 1953 wurde es neu gebaut und 1999 schon wieder abgerissen und erneut neugebaut.

Mein Film lief in Kino 7, und das ist ganz oben. Zum Glück gibt es eine Rolltreppe, denn ich war eine Weile unterwegs. Das Gebäude selbst scheint relativ schmal zu sein, so musste man das Ganze in die Höhe bauen. Die sieben Kinos sind auf vier Stockwerke verteilt. Will man mitten im Film noch was kaufen, muss man Zeit einplanen. Der Eintritt kostete hier 14 Euro, was richtig teuer ist. Oder ich hatte aus Versehen irgendeinen Premiumsitz.
Auf dem Rückweg merkte ich, dass es auch einen Fahrstuhl gibt. Ging schneller.


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