Es ist ein familiärer Sommerausflug: Mit den Fahrrädern geht es in den Ferien entlang der Donau. Von Zeltplatz zu Zeltplatz. Der 16-jährige Dídac (Jan Monter) ist unterwegs mit seinen Eltern, seinem etwas jüngeren Bruder und einem jungen Bruder. Eigentlich ist er ziemlich mies drauf. Denn er hatte zwar etwas mit seinem Schwarm zu laufen – aber am Ende gab es dann doch keine gegenseitige Liebe, und das macht ihn fertig.
Er redet wenig. Mit seinem Vater bespricht er kurz seine Situation, mit seiner Mutter in Ansätzen, zwischen den Brüdern herrscht mehr und mehr das Schweigen.
Auf der Tour begegnet Didac immer wieder ein anderer Junge, etwa gleich so alt wie er. Mal schwimmt er im Wasser, und als die Familie sich ein Bauwerk ansieht, läuft er dort ebenfalls rum. Didac versucht, Kontakt aufzunehmen.
Am Ende ist aber dann doch irgendwie alles anders, ohne allerdings zu wissen, wie und was genau. Denn „Strange River“ bleibt auf merkwürdige Weise im Ungefähren, gerade im letzten Drittel.
Die spanisch-deutsche Produktion unter der Regie von Jaume Claret Muxart lebt von seinen schönen Bildern, von der Reise, die die Familie unternimmt. Er beginnt mit einer Kamerafahrt entlang eines Waldes. Wir sind an idyllischen Seen, auf Zeltplätzen und einem Gebäude, das der Vater architektonisch spannend findet.
Didac bleibt dem Zuschauer dabei immer irgendwie ein Rätsel. Er ist still, auf seltsame Weise geheimnisvoll. Wir wissen zwar von seinem Liebeskummer, aber es fehlt jegliche Entwicklung. Ein spontaner Ausflug entwickelt sich anders als gedacht – und ehrlich gesagt, macht das irgendwie ratlos. Am Ende fragt man sich, was das soll. „Strange River“ endet, ohne dass man weiß, was das jetzt eigentlich für eine Story gewesen sein soll. Im Nachhinein bleiben Szenen und einige Dialoge rätselhaft, auch die Rolle des Bruders. Aber okay, die Familie hat einen Fahrradurlaub gemacht. Und alles andere… tja…
Strange River
Spanien 2025, Regie: Jaume Claret Muxart
Salzgeber, 106 Minuten, ab 12
4/10
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