In „Traudels Hofladen“ in Margaretenhof bei Gransee bekommen Kunden frische Produkte aus der Region – die Bundesstraße spielt für das Geschäft eine sehr große Rolle
MAZ Oberhavel, 18.8.2026
Margaretenhof.
Kurz nach der Wende begann es mit einem Eierverkauf. „Wir haben einen Tisch an die Straße gestellt“, erinnert sich Ramona Paulig-Bartell. „Wir hatten 150 Hühner, und da mussten ja die Eier an den Mann gebracht werden. So fing es jedenfalls an.“
Später kamen noch Kartoffeln dazu. „Das haben wir damals alles zur Straße geschafft.“ Gerade im Sommer hielten viele Reisende an, die auf der B96 bei Gransee unterwegs waren. Später hatte die Familie einen Verkaufsstand auf einem kleinen Parkplatz schräg des Bauernhofes.
Heute betreibt die 50-Jährige „Traudels Hofladen“, direkt an der B96 in Margaretenhof, kurz vor Gransee. Traudel, die Namensgeberin und Gründerin des Geschäftes, ist ihre Mutter, Waltraud Paulig, die mit ihren 75 Jahren auch heute noch immer wieder mit im Laden steht.
„Die Scheune stand leer, und der Verkauf sollte auch im Winter stattfinden“, erzählt Ramona Paulig-Bartell. „Der Plan war, dass wir im Winter im Hofladen und im Sommer draußen auf dem Parkplatz verkaufen.“
Das aber hatte zur Folge, dass im Sommer keine gekühlten Fleischwaren verkauft werden konnten – inzwischen spielt sich das komplette Geschäft im Hofladen ab.
Wer dort einkaufen will, biegt von der B96 direkt auf den Hof – Adresse: Margaretenhof 10. Es gibt dort ein paar Autostellplätze, und dann sind es nur noch wenige Schritte in den Laden.
Geöffnet ist er im Sommer montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 17.30 Uhr und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr. Im Winter ist zusätzlich am Sonntag geschlossen.
Die Auswahl an Waren ist groß. Wer zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub an der Ostsee oder an der Müritz ist, kann sich dort noch mal eindecken. Aber inzwischen kaufen auch sehr viele Stammkunden in „Traudels Hofladen“ ein.
Es gibt dort Obst und Gemüse, teilweise direkt vom Hof. In diesen Tagen werden auch Heidelbeeren aus dem Oderbruch angeboten, und bald kommen die Kürbisse.
Im Nebenraum gibt es Fleisch und Wurst – frisch oder eingefroren – aus Gransee oder Schönermark, Säfte aus Kyritz, Honig aus Dollgow und Senf aus Kraatz. Eine Spezialität sind die selbstgemachten Marmeladen und Fruchtaufstriche.
Ebenfalls beliebt sind die hausgemachten eingeweckten Gewürzgurken, Gurkensalate oder das Apfelmus. Diese Produkte sind auch als „Traudels“-Produkte gekennzeichnet. „Das sind teilweise alte Rezepte, manchmal ein bisschen modifiziert“, sagt Ramona Paulig-Bartell.
Die Kunden setzen sich etwa zur Hälfte aus Stammkunden und zur anderen Hälfte aus den Leuten zusammen, die auf der B96 unterwegs sind.
„Die spielt eine wirklich große Rolle“, sagt die 50-Jährige über die Bundesstraße. „Das haben wir gemerkt, als die Straße vor drei Jahren gesperrt war. Wenn da nicht die Stammkunden gewesen, dann hätten wir es nicht geschafft.“ Sie würde ferner mehr Schilder aufstellen, um an der B96 noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. „Dürfen wir aber nicht.“
Es ist ein kleines Team. „Ich, Mutti und eine Angestellte“, so zählt Ramona Paulig-Bartell die Liste der dort Arbeitenden auf. „Ich wohne hier drüber.“ Vor einigen Jahren ist sie von Velten nach Margaretenhof gezogen. Sie arbeitete zuvor als Produktionsmitarbeiterin für Elektronik.
„Es war keine schwere Entscheidung“, sagt sie über den Umzug in den Oberhavel-Norden. „Ich wollte den Hof erhalten und Mutti unterstützen, dass sie hier nicht alleine ist.“
Im Nachhinein sei es aber dennoch schwer. „Nur mit dem Verkauf von Obst und Gemüse würden wir hier nicht leben können.“
Die Stimmung im Laden sei meist sehr gelassen. „Die Kunden wissen, dass sie hier in einem Hofladen sind.“ Wollen sie schneller einkaufen, dann müssten sie in den Discounter. Nur selten werde gepöbelt.
Die Preisentwicklung macht auch dem Hofladen zu schaffen. „Aber dass die Preise steigen, ist ja auch verständlich. Man muss die Unkosten sehen, die jetzt alle haben.“ Löhne, Material, Benzin – alles werde teurer. Hinzu komme die Trockenheit, die zum Beispiel für Engpässe bei Beeren sorge.
Aber macht es noch Spaß? „Eigentlich ja“, sagt Ramona Paulig-Bartell. „Wenn man nicht die ganze Arbeit sieht.“ Schließlich stehe ja auch die Buchhaltung und viel Papierkram auf dem Plan.
„Manchmal überlege ich, ob es sich noch lohnt, hier weiterzumachen“, sagt sie. Das hört eine Kundin, die gerade im Laden steht, und ruft: „Oh, nee!“ Woraufhin sie abwinkt – die Geschäfte gehen weiter.
„Ich bin ja jetzt Rentnerin“, sagt Waltraud „Traudel“ Paulig. „Aber Spaß macht es immer noch“, so die 75-Jährige. Sie selbst liebt am meisten die Tomaten aus dem Hofladen. Ihre Tochter überlegt und sagt dann mit einem Schmunzeln: „Ich esse eigentlich alles.“
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