Mahlzeit B96: Frisches Fleisch direkt aus dem Wald

Bei „Richards Wild“ in Dannenwalde lohnt sich ein Zwischenstopp – Spareribs, Bratwürste und vieles mehr – Gäste können auch vor Ort etwas essen

MAZ Oberhavel, 6.8.2026

Dannenwalde.
Der Verkehr auf der B96 in Dannenwalde ist in diesen Ferienwochen besonders dicht. Das ist auch im Hofladen von „Richards Wild“ zu merken. Immer wieder kommen Gäste rein, um sich umzuschauen, um einzukaufen oder um etwas zu essen.
„Jetzt, zur Urlaubs- und Ferienzeit, ist bei uns besonders viel Betrieb“, sagt Guido Richard, der Inhaber des Dannenwalder Hofladens.
Viele der Gäste seien „Wiederholungstäter“, sagt der 54-Jährige mit einem Schmunzeln. Die Zahl der Stammkunden sei durchaus hoch. Aber es seien eben auch viele Reisende, die auf der B96 unterwegs seien. „Sie halten hier bei uns, essen etwas, nehmen auch was mit.“

Das Angebot im Hofladen ist vielfältig. „Wir verarbeiten freilebendes Wild“, erklärt Guido Richard. Er ist einerseits selbst Förster, hat sein Revier bei Lychen. Ein- bis zweimal pro Woche sei er dort unterwegs.
Aber er hat auch Verträge mit anderen privaten Jägern. Zudem wird er vom Landesforst Brandenburg und vom Landesforst Mecklenburg beliefert. Das Fleisch aus dem Laden komme aus einem Umkreis von 100 Kilometern, aus Brandenburg, Mecklenburg, auch aus Berliner Wäldern.

Es gibt verschiedene Schinken- und Wurstsorten, Fleisch vom Wildschwein, Hirsch, Damwild – je nach Verfügbarkeit. Verkauft wird Gulasch, es gibt Burgerfleisch, Spareribs, Bratwürste. „Alles, was man aus Wild machen kann.“ Wer beispielsweise vorhat, zu grillen, sollte in Dannenwalde fündig werden.
Angeboten werden außerdem Gerichte in Gläsern, wie ein Chili con Carne oder eine Bolognese. Jeden Tag bietet „Richards Wild“ aber auch drei Gerichte an, die direkt vor Ort gegessen werden können. Das kann eine Wildschweinboulette sein oder auch ein Rehschnitzel mit Beilagen.

Seit 2018 gibt es den Hofladen in Dannenwalde. „So etwas war immer mein Wunsch“, erzählt Guido Richard. Auf dem Grundstück in der Fürstenberger Straße 2 befinden sich sowohl der Produktionsbereich als auch der Hofladen.
Der eigentliche Start war aber schon 2005 in Fürstenberg. Dort hatte Guido Richard eine Fleischerei in der Bahnhofstraße. Nebenher hatte der gelernte Koch einen Job als Küchenchef im „Chalet Suisse“ in Berlin-Grunewald. Zuvor arbeitete er auch in München und Dänemark. 2008 entschloss er sich, sich nur noch um die Fleischerei in Fürstenberg zu kümmern.
Als dort aber der Platz zu klein wurde, suchte er sich größere Räumlichkeiten und fand sie in Dannenwalde, direkt an der B96. „Ganz früher war das hier mal ein Baustoffhandel“, erzählt er. Auch mal eine Schneiderei.
Die Coronazeit 2020/21 sei ein großer Einschnitt gewesen. „Davon hat sich die Branche bis heute nicht so richtig erholt. Hier ist das aber nicht so zu merken.“

13 Menschen arbeiten derzeit bei „Richards Wild“: im Verkauf, in der Produktion, der Fleischerei oder auch als Fahrer. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.
Zum Team gehört auch Maja Freitag aus Zehdenick. Sie bedient die Kunden. „Ich arbeite seit zwei Jahren hier, und es macht mir Spaß“, erzählt sie. „Wir haben sehr freundliche Kunden.“
Erkennt sie, ob die Leute gerade auf der B96 in den Urlaub fahren oder aus dem Urlaub kommen? „Ja, weil viele mir auch von ihrem Urlaub erzählen“, sagt sie mit einem Lächeln.

Überhaupt spielt die B96 für Guido Richard und sein Team eine große Rolle. „Die B96 ist unsere Hauptschlagader“, sagt er. „Man merkt: Wenn es einen Unfall gab oder die B96 gesperrt ist, dann herrscht gleich weniger Publikumsverkehr.“ Er schätzt, dass die B96 und der dortige Reiseverkehr ihm gut die Hälfte seiner Kundschaft zuspült.

Guido Richard beliefert aber auch Kunden – bis vor Kurzem auch das Schloss Meseberg, welches das Gästehaus der Bundesregierung war. „Da gab es immer gutes Feedback“, sagt Guido Richard, der in Seilershof lebt.
Er selbst mag übrigens die Spareribs vom Wildschwein. „Die esse ich sehr gerne. Und die Currygurken aus dem Glas.“ Die werden nach einem alten DDR-Rezept seiner Mutter hergestellt.

Bald wird bei „Richards Wild“ gefeiert. Am 5. und 6. September findet jeweils ab 11 Uhr ein Hoffest statt. Geplant sind ein regionaler Markt und Musik.


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