Dreams

Der Lkw scheint verlassen, und er steht in der Sonne. Verlassen ist er allerdings nicht, er ist voller Menschen – Flüchtlinge. Sie kommen aus Mexiko, wollen in den USA. Nachts werden sie befreit, und einer von ihnen entfernt sich besonders schnell. Denn offensichtlich weiß er genau, wo er hinwill.
Fernando (Isaac Hernández) ist Balletttänzer, und in San Francisco hofft er, einen Job als Tänzer zu bekommen. Sein erstes Ziel: das Haus seiner Geliebten Jennifer (Jessica Chastain). Sie haben sich in Mexiko kennengelernt, und jetzt hofft er, dass die zusammen leben können.
Seine Leidenschaft für den Tanz ist groß, und tatsächlich könnte ihm eine Karriere gelingen. Aber es kommt dann doch alles anders, und die Beziehung zu Jennifer zeigt sich in völlig neuem Licht.

„Dreams“ von Michel Franco könnte in der PR als Romanze missverstanden werden. Ältere Frau verliebt sich in jungen Mann. Aber es ist sehr viel tiefgründiger – und vor allem abgründiger. Auf sehr merkwürdige Weise erleben wir hier eine toxische Beziehung. Um Fernando an sich zu binden, ist Jennifer einerseits jedes Mittel recht. Wenn es aber darum geht, zu ihm zu stehen, dann kneift sie.
So bietet der Film immer wieder ziemlich krasse Momente. Gerade am Anfang lässt der Film den Zuschauer noch ein wenig im Unklaren. Als Fernando zielstrebig zu Jessica läuft, wissen wir noch nicht warum. Nach und nach bekommen wir die echten Einblicke in diese Beziehung.
Während der ganzen Zeit ist irgendwie zu merken, dass da irgendwas nicht stimmt, und irgendwann folgt dann der eiskalte Hammer und die Konsequenzen – ein Katz-und-Maus-Spiel.
„Dreams“ ist anders als erwartet und von Feel Good weit entfernt.

-> Trailer auf Youtube

Dreams
Mexiko 2025, Regie: Michel Franco
Weltkino, 99 Minuten, ab 16
7/10


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