DI 21.07.2026 | 14.05 Uhr | Das Erste
Das Schlüsselbein. Es ist hinüber.
Das wussten wir am Dienstagnachmittag noch nicht, als es zur Katastrophe kam.
Im Ersten wird jetzt in der dritten Woche die Tour de France übertragen, am Dienstag stand die 16. Etappe an, ein Einzelzeitfahren.
Die sind, ehrlich gesagt, aus Zuschauersicht immer ein bisschen langweilger als die normalen Etappen, wo der ganze Tross gute 200 Kilometer durch die Gegend fährt. Beim Einzelzeitfahren sind sie alle nacheinander alleine auf einer nur 26 Kilometer langen unterwegs.
Deshalb war das auch ein bisschen Routine, als irgendwann der deutsche Rennradfahrer Florian Lipowitz auf die Strecke ging.
Lipowitz schaffte es im vergangenen Jahr aufs Treppchen, und auch in diesem Jahr hatte er eine ganz gute Chance, wieder vorn mitzumischen.
Ja, wie gesagt: hatte.
Plötzlich schwenkt die Kamera auf einen gestürzten Radler, und es sah nicht gut aus. Einer der Kommentatoren sah es ziemlich schnell: Es ist der deutsche Fahrer Florian Lipowitz.
In der Wiederholung sahen wir dann, was passiert ist: In einer engen Kurve ist er gestürzt und rutschte dann weiter und knallte mit der Schulter an einen Bordstein. Das sah richtig böse aus, und schnell war klar, dass die Tour für den Deutschen gelaufen ist. In den Minuten danach war die Stimmung sehr gedrückt, bei den Kommentatoren und auch beim Zuschauer.
Ja, so was passiert, leider. Allerdings muss man schon mal fragen, warum die Kurve nicht besser gesichert war. Warum die Absperrung mit der Prellmatte auf dem Weg, also hinter dem Bordstein stand – hätte die nicht davor stehen müssen? Und wieso ist das kein Thema?
Schon am Sonntag ist es zu einem schweren Sturz gekommen. Der Däne Jonas Vingegaard, einer der Tour-Favoriten, knallte ebenfalls in einer Kurve gegen einen Bordstein an einer merkwürdigen Verkehrsinsel. Auch er erlitt einen Schlüsselbeinbruch.
Für alle diese Profisportler ist klar, dass Unfälle passieren können. Aber wo der Veranstalter das kann, sollten Kurven und Bordsteine an gefährlichen Stellen besser gesichert oder wenigstens besser gekennzeichnet werden.
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 20. Juli 2028)
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