DI 14.07.2026 | Netflix
Es ist wirklich so in Polen passiert, in den 70ern. Tausende Kinder litten in Szopienice, einem Stadtteil von Kattowitz, an einer Bleivergiftung. Ursache ist ein Metallhüttenbetrieb ganz in der Nähe. Aber natürlich sollte das alles unter dem Deckel gehalten werden. Die polnische Kinderärztin Dr. Jolanta Wadowska-Król ist das Problem aufgefallen, und sie ließ Tausende Kinder heimlich untersuchen. Durch die hohen Bleiwerte im Blut litten die Kinder an Entwicklungsstörungen, Anämie, Zahnausfall und Verhaltensauffälligkeiten. Oder sie starben.
Als sie es bekannt machte, wurde sie unter Druck gesetzt, erst Jahrzehnte nach der Wende wurde sie für ihre Engagement geehrt. 2023 starb sie.
Netflix ehrt sie nun mit einer Serie. Im polnischen Sechsteiler „Die Bleikinder“ wird diese Geschichte erzählt.
Die Ärztin Jolanta Wadowska-Król (Joanna Kulig) hat es in ihrer Praxis immer wieder mit Fällen von Bleivergiftungen bei Kindern zu tun – sie will was unternehmen, aber sie stößt auf Barrikaden.
Besonders die ersten beiden Folgen der Serie gehen unter die Haut. Als langsam das Ausmaß der Gesundheitskatastrophe sichtbar wird. Als die Ärztin daran gehindert wird, zu handeln. Wie sie es dann doch tut.
Es ist erschütternd zu sehen, welche Auswirkungen es hat, wenn sich ein Land nicht um seine Industrie und die Menschen, die drumherum wohnen, kümmert.
Aber vermutlich hätte man den Stoff auch in einem Film erzählen können oder in vier Teilen, denn die Spannung und Faszination lässt leider nach, es gibt ziemliche Längen. Ein bisschen schade.
Schreibe einen Kommentar