Preiserhöhung kam verfrüht

Analyse der Spritpreise: Im Vergleich zu den zwei Wochen vor Ende der staatlichen Subvention zahlen Autofahrer bis zu 21 Cent mehr für den Liter – Ende des Tankrabatts kam schon am 30. Juni

MAZ Oberhavel, 14.7.2026

Oberhavel.
Wer am Vormittag des 30. Juni vor 12 Uhr noch schnell tanken wollte, der ist vielleicht wegen der Staus an den Tankstellen nicht rechtzeitig vor der mittäglichen Preissteigerung drangekommen – aber der Gedanke war richtig. Das zeigt jetzt eine Analyse der Tankstellenpreise im Landkreis Oberhavel.
Die Verwunderung war groß, weil sich an den Tankstellen in Oranienburg und Umgebung schon am Tag vor dem Ende des Benzinpreisrabatts lange Staus gebildet hatten.
Aber der Blick auf die Preisentwicklung in Oberhavel zeigt: Die Preiserhöhung an den Tankstellen erfolgte bereits am 30. Juni nach 12 Uhr – indem die Preise nach dem Mittag nicht oder kaum wieder gesenkt worden sind. Wer also am Nachmittag oder Abend des 30. Juni getankt hat, zahlte schon ordentlich drauf.

Für die Analyse hat sich die MAZ vier Tankstellen in Oberhavel herausgesucht: Star in Oranienburg, Shell in Gransee sowie Total-Energies in Hennigsdorf und Fürstenberg. Geschaut wird auf die Preise vor 12 Uhr, um 12 Uhr und am Abend gegen 20 Uhr. Wegen der Preissprünge lassen sich die Preise nur so vergleichen.

Tatsächlich sind die Benzinpreise schon in der letzten Juni-Woche um gute 5 Cent nach oben gegangen. So kostete der Liter Super E10 am Vormittag bei Star in Oranienburg am 26. Juni noch 1,759 Euro, am 30. Juni schon 1,809 Euro.
Schon am Abend des 30. Juni lag der Preis bei 1,979 Euro, ein Sprung um 18 Cent im Vergleich zum Abend am 26. Juni. Am 1. Juli erfolgte um 12 Uhr der tagesübliche Preissprung, er betrug sicherlich nicht zufälligerweise 17 Cent – so viel wie der Tankrabatt.
Offenbar wollten es die Mineralölfirmen vermeiden, dass der Preis am 1. Juli um 12 Uhr sprunghaft um 30 bis 35 Cent ansteigt – das wäre der ehemalige 17-Cent-Rabatt plus die ohnehin täglich stattfindende 12-Uhr-Erhöhung. Weil aber ausschließlich um 12 Uhr erhöht werden darf, ist der Preis am 30. Juni schlicht nicht oder kaum gefallen – eine verfrühte und etwas versteckte Preissteigerung. Das ist auch daran zu erkennen, dass an den vier beobachteten Tankstellen in Oranienburg, Hennigsdorf, Gransee und Fürstenberg die Preise am Abend des 30. Juni und 1. Juli fast immer identisch waren.

Seit nunmehr zwei Wochen haben sich unterdessen die Preise im jeweiligen Tageszeitenvergleich kaum geändert. Am Vormittag des 7. Juli kostete der Liter Super E10 bei Star in Oranienburg 1,969 Euro, das ist genauso viel wie am 1. Juli, dem ersten Tag ohne Tankrabatt. Total in Hennigsdorf war mit 1,979 Euro einen Cent preiswerter als vor einer Woche.
Shell in Gransee lag am Dienstagvormittag, 7. Juli, bei 1,999 Euro und damit einen Cent mehr als zum Monatswechsel. Auch bei Total in Fürstenberg betrug der Unterschied nur einen Cent nach unten.
Ähnliches gilt für die Preise um 12 Uhr und am Abend gegen 20 Uhr. Es ist derzeit eine kleine Preisstagnation – von einer Entspannung an den Zapfsäulen kann somit keine Rede sein.

Für die Autofahrer ist der Preissprung dennoch beträchtlich. Im Vergleich der vormittäglichen Preise vom 26. Juni und vom 7. Juli beträgt der Preissprung zwischen 20 Cent bei Total in Fürstenberg und 21 Cent bei Star in Oranienburg, Total in Hennigsdorf und Shell in Gransee.
Wer 50 Liter tankt, zahlt somit für eine Füllung Super E10 etwa 10 Euro mehr als noch vor knapp zwei Wochen.


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