Auf diesen Film hat Ostdeutschland echt gewartet. Ein Drama, das in der Provinz von Thüringen spielt, mit lauter deprimierten, niedergeschlagenen Leuten, mit Beziehungskrisen, Neurosen, das alles in trüben, dunklen Optiken. Ja, ja, so ist der Osten. Irgendwie im Eimer, wussten wir ja schon lange. Gucken wir uns doch voll gerne an.
Ein Fernsehteam kommt nach Greiz. Die 17-jährige Lea (Frieda Hornemann) bekommt die Einladung, in einer Castingshow mitzumachen. Dafür werden vorher Interviews gedreht. Als Lea gefragt wird, was sie denn besonders macht, fällt ihr nichts ein. Gemeinsam mit ihrem Vater Matze (Max Riemelt) denkt sie danach ewig drüber nach, auch überlegen sie, was sie dem Fernsehteam eigentlich bieten können, wenn sie eine Home-Story machen wollen.
Die ganze Familie reist nach München zur Fernsehshow, alle blühen sie auf, und Lea schafft es eine Runde weiter.
Zu Hause aber herrscht Tristesse. Der Hof der Familie erwirtschaftet kaum noch Geld. Matze und seine Frau sind getrennt, was sie den Fernsehleuten aber nicht gesagt haben. Und Leas Tante Kati (Eva Löbau) hat eines der Gebäude im Ort zum Museum umgestaltet, was auch nicht zwingend auf Gegenliebe stößt.
„Etwas ganz Besonderes“, heißt der Film von Eva Trobisch. Er bezieht sich auf das, was das Fernsehteam aus der Ödnis von Leas Umgebung zaubert. Alles, was besonders ist, ist eigentlich gar nicht da.
Mal abgesehen davon, dass der Film ein unglaublich langsames Erzähltempo mit überlangen Dialogen und Minuten hat, in denen scheinbar nichts Nennenswertes passiert, muss die Frage gestellt werden: Wer soll eigentlich die Zielgruppe des Filmes sein? Möchten sich Menschen in Thüringen und Ostdeutschland wirklich ansehen, wie trübe die Filmemacherin Land und Leute sieht?
Dabei spricht er durchaus Dinge an, die mal anzusprechen sind. Da wird EU-Geld irgendwo reingepulvert in Kultur, die scheinbar fehl am Platz ist. Andererseits verrotten die Landhöfe. Unzufriedenheit, Nörgeligkeit überall.
In diesem Film wird das aber regelrecht doziert auf eine Art und Weise, die ins Nichts führt, weil die Botschaft unklar oder verwaschen ist. Überall lauert viel Bedeutung in diesem damit viel zu aufgeladenen Film, dem man leider eher mit einer Mischung aus Gram und Langeweile begegnet.
Etwas ganz Besonderes
D 2025, Regie: Eva Trobisch
Pandora Film, 116 Minuten, ab 12
3/10
Schreibe einen Kommentar