Ganz plötzlich ist so ein Unwetter da. Wenn man im Auto durch die Stadt fährt, nimmt man die Veränderung gar nicht so genau wahr, dabei kommt sie nicht mal schleichend.
Als ich am Sonnabendnachmittag ins Auto stieg, tröpelte es ein bisschen. Nicht schlimm. Ich fuhr los, Richtung Oranienburger Innenstadt. Es tröpfelte immer noch ein bisschen.
Ich fuhr aus dem Kreisverkehr in die André-Pican-Straße. Hinter mir fuhr eine Simson, ein Moped aus DDR-Zeiten.
Der Wind wurde stärker, und es fing nun auch mehr zu regnen an. Als ich gerade am Fußballstadion vorbeifuhr, ging der Regen plötzlich richtig an. Ich warf einen Blick in den Rückspiegel, für den Simson-Fahrer muss das unangenehm gewesen sein.
Aber nicht nur Regen, es setzte auch ein Sturm ein, aus dem Regen wurde ein Wolkenbruch, und mit jeder Windböe kam das Wasser immer mehr schräg von der linken Seite.
Der Simson-Fahrer hatte inzwischen en rechten Fuß draußen, falls ihn eine Böe trifft. Aber es wurde immer heftiger. Sturm, heftige Böen und krasser Regen.
Ich fuhr auf eine Kreuzung zu, und weil dort keines der durchgehenden Mehrfamilenhäuser steht, sah man von von weitem, dass über diese Kreuzung quer der Wind und dementsprechend das Wasser hinwegfegte. Als als die Kreuzung erreichte traf mich ein Windstoß und das Wasser peitschte links an meine Seitenscheibe.
Wieder sah ich nach hinten, aber der Simson-Fahrer war verschwunden. Ich nehme an, er ist irgendwo an den Rand gefahren, oder er musste sowieso abbiegen. Aber die letzte Böe hätte er vermutlich nicht unbeschadet überstanden.
Als ich die Kreuzung an der Bernauer Straße erreichte, stand ich mitten im Unwetter. Sturm, Wolkenbruch. Im italienischen Lokal an der Ecke schienen sie sich unter dem Zelt noch relativ sicher zu fühlen, aber fast alle schauten raus.
Ich wollte sowieso zum Supermarkt dahinter und blieb erst mal kurz im Tunnel zum Parkplatz stehen…
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