BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz

MI 03.06.2026 | 22.15 Uhr | WDR

Ende August wird die BRAVO 70, und neulich erinnerte RTL in einer langen Doku an die Jugendzeitschrift, die es zwar heute immer noch gibt, aber eigentlich keine große Rolle mehr spielt.
Jetzt hat die ARD nachgezogen. Die 3-teilige Doku „BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz“ lief am Mittwochabend im WDR. Die Auftaktfolge (und nur die) lief bereits am späten Montagabend im Ersten.

Die Geschichten über die BRAVO sind im Grunde alle bekannt. Die Herangehensweise in der ARD war jedoch etwas anders. Drei Erwachsene, die uns nicht näher vorgestellt wurden (einer davon war aber der Comedian Aurel Mertz), blätterten in verschiedenen Ausgaben der BRAVO. Wobei Aurel mit der Zeitschrift scheinbar gar nicht so viel am Hut gehabt hat, denn sehr viel konnte er gar nicht beitragen.

Merkwürdigerweise überspringt die Dokureihe die ersten gut 30 Jahre komplett. Nichts über die Anfänge, nichts über die Stars der 60er und 70er. Vielleicht nicht interessant genug für die junge Zielgruppe. Stattdessen werden, wie auch bei RTL, die Storys rund um die Kelly Family, Caught in the Act, Blümchen und vielen weiteren Stars der 90er und 2000er-Jahre erzählt. Immerhin wird noch darauf eingegangen, wie der langsame Niedergang in den 10er-Jahren begann. Interessanterweise sind die Interviews teilweise die gleichen (wobei nicht klar ist, ob die Gesprächspartner zufällig etwa dasselbe erzählen, oder ob es wirklich einen Materialaustausch gab).

Aber alles in allem ist die ARD-Bravo-Doku leider ein bisschen uninspiriert, gerade wenn man sie mit der RTL-Doku vergleicht, die umfassender ist, andererseits jedoch nicht auf die heutige Bravo eingeht.

Irritierend ist ein Interview mit Angelo Kelly, der davon schwadroniert, dass ja die Kellys damals total echt gewesen seien. Aber Die Ärzte dagegen Heuchler seien, weil sie den Punk predigen, aber teure Konzerte veranstalten würden. Was glatt gelogen ist, weil Die Ärzte sehr lange Zeit ganz im Gegenteil noch humane Preise hatten. Entsprechende Ausschnitte verteilte die ARD trotzdem auf TikTok und Co.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 22. Mai 2033)


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