Neulich war ich in Berlin mal wieder in einem Kino, in dem ich zuvor noch nie gewesen bin. Ich mache das tatsächlich nicht absichtlich. Es kommt eben immer darauf an, welche Filme wo laufen. Und in diesem Fall lief der Film, den ich sehen wollte, im „Krokodil“.
Das Kino befindet sich in Berlin-Pankow in der Greifenhagener Straße. In dem Gebäude ist schon 1912 im Ladenkino eingerichtet worden. Das „Krokodil“ befindet sich dort seit 2004. Das Kino wird von einem Verein betrieben.
Dort laufen vor allem Filme aus Osteuropa. In meinem Fall war es eine Co-Produktion aus Kroatien mit mehreren osteuropäischen Ländern.
Falls übrigens jemand weiß, warum es so heißt, kann es gern in den Kommentaren ergänzt werden.
Von außen wirkt es recht unscheinbar, man kommt in einen Vorraum, dort kann man ein paar Getränke kaufen. Alles wirkt ziemlich intim.
Als ich in den Saal gehe, bemerke ich, dass gerade noch der Schluss vom vorher laufenden Film zu sehen ist, Leise setze ich mich hinten auf einen der Stühle.
Der Saal ist erstaunlich großzügig. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Es hat 110 Plätze und ist damit alles andere als ein kleines Wohnzimmer-Kino.
Will man zur Toilette muss man durch den Saal laufen, hinten rechts sind dann die sanitären Anlagen. An diesen Räumen ist dann auch die Historie des Hauses zu erkennen, auch wenn die Räume nicht runtergekommen wirken. Aber es gibt noch Spülgriffe und alte Waschbecken. Irgendwie auch nett.
Im Saal haben einige der Sitze kleine Beistelltischchen, auf dem man das Getränk abstellen kann. Die Werbung ist sehr kurz, der Film begann recht zügig. Leider waren an dem Abend nur 6 von den 110 Sitzen belegt.
Und irgendwie hatte ich auch die Frage im Hinterkopf, ob diese Art der Kultur vielleicht auch bald gefährdet ist, wenn die reaktionären Kräfte die Oberhand gewinnen. Ich hoffe es nicht.
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