Im kleinen Dorf in Kroatien herrscht Unruhe. Der Fluss, der durch den Ort fließt, droht zu überschwemmen. Der Deich wird mit Sandsäcken erhöht, und alle helfen dabei. Kürzlich ist zudem einer der Bewohner gestorben – der Vater Von Fico (Leon Grgić). Der reist aus Berlin extra zur Beerdigung an.
Marko (Lav Novosel) hat das Dorf bislang nicht verlassen. Er ist Sportler, will bald an einer Meisterschaft im Armdrücken gewinnen. Seine zukunft ist die Werkstatt seines Vaters, mit seiner Freundin ist er glücklich.
Aber Ficos Rückkehr bringt Erinnungen an die Oberfläche zurück. Einst ist er abgehauen, ohne eine Nachricht zu hinterlassen.
„Mauern aus Sand“ ist der Titel dieser Produktion aus Kroatien. Der Titel ist – natürlich – mehrdeutig. Da ist einerseits der Deich, der wegen der drohenden Flut aufgebaut wird. Und andererseits die Gefühle, die Marko in sich eingeschlossen hat, die aber mehr und mehr zu verrinnen scheinen – wie Sand.
Wie immer bei solchen Filmen ist es spannend, aus mitteleuropäischer Sicht in den Alltag eines Balkanlandes zu schauen. Keine Armut, aber ein niedrigerer Lebensstandard. Herzlichkeit, aber alles Fremde oder alles Unbekannte ist nicht erwünscht. Fico kann in Berlin seine Homosexualität ausleben, in seinem kroatischen Dorf ist das eher schwierig, um nicht zu sagen unerwünscht. Zumal aus vor seinem Weggang einen Zwischenfall gab, der bis heute nachwirkt.
Ein sehenswertes Drama.
Mauern aus Sand
Kroatien 2024, Regie: Čejen Černić
Salzgeber, 88 Minuten, ab 12
7/10
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