Verflucht normal

Es schleicht sich in sein Leben ein, und bald lässt es sich nicht mehr unterdrücken bis es sein Leben bestimmen wird.
John Davidson (Scott Ellis Watson) ist 12, als die Ticks anfangen. Es sind Zuckungen, Verrenkungen und dann auch Ausrufe, Schreie, vulgäre Wörter. John kann es nicht beeinflussen.
Allerdings glaubt ihm niemand. Denn in Schottland kennt man Anfang der 80er noch nicht das Tourette-Syndrom. Stattdessen wird john gehänselt, verprügelt, und er droht, von der Schule zu fliegen. Auch zu Hause unterstützt ihn niemand.
Erst später gibt es die passende Diagnose. Aber auch 15 Jahre danach lebt John (Robert Aramayo) noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Er nimmt Medikamente, aber seine Ticks kommen immer wieder.
Alles ändert sich, als er seinen ehemaligen Klassenkameraden Murray wiedertrifft. Seine Mutter Dottie (Maxine Peake) ist Krankenschwester, und sie kennt sich mit dem Tourette-Dyndrom aus. Kann John es schaffen, ein einigermaßen normales Leben zu führen?

Als Zuschauer tut es richtig weh, dem Teenager dabei zuzusehen, wie er zunehmend unter seiner Krankheit leidet und nirgendwo Gehör und Verständnis findet. Aber es ist nicht nur das Leid des Nichtwissens, später ist es auch die Unterdrückung, die John zu schaffen macht. Er wohnt zu Hause, geht kaum raus, hat keine Perspektive.
Dotty bringt die Wende, und da nimmt Johns Leben eine Wende, aber eben auch der Film. „Verflucht normal“ ist über weite Strecken ein sehr positiver Film, der zeigt, was alles möglich, wie weit man kommen kann, wenn man die richtigen Förderungen und Anregungen bekommt.
Hin und wieder sorgt die Krankheit und ihren Auswirkungen aber auch für wahnsinnige komische Momente. Wenn man Tourette-Kranke unter sich für einen Moment ihre Ticks rauslassen, muss man einfach lachen, auch weil sie das ja selber komisch finden.
Robert Aramayo spielt John hervorragend. Er hat die Tricks sehr gut drauf. Wie es Regisseur Kirk Jones sowieso richtig gut gelungen ist, Stimmungen und Momente einzufangen.
In Großbritannien ist John Davidson sehr berühmt. Er ist es, der damit angefangen hat, zu lehren, wie andere Personen mit dem Syndrom umgehen sollten, und er hat auch Betroffene zusammengebracht und somit viel ins Rollen gebracht.

-> Trailer auf Youtube

Verflucht normal
GB 2025, Regie: Kirk Jones
Wild Bunch, 121 Minuten, ab 12
8/10


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