An der Ziegelei bei Gransee ist die Straße schon seit November gesperrt – die Deutsche Bahn überprüft die defekte Technik, und das könnte noch ein paar Monate dauern
MAZ Nordbrandenburg, 15.5.2026
Ziegelei.
Die Deutsche Bahn hat immer mal wieder Probleme mit ihren Bahnübergängen. Nicht nur in der Borgsdorfer Bahnhofstraße kommt es immer wieder zu Störungen.
Im Norden von Oberhavel gibt es einen Bahnübergang, der wegen einer technischen Störung sogar schon ein gutes halbes Jahr komplett gesperrt ist.
Es handelt sich um einen Bahnübergang nördlich von Gransee. Abseits der B96 führt eine Straße in eine Ortschaft namens Ziegelei, so steht es auf dem gelben Ortsschild. Der Ort gehört zu Altlüdersdorf.
Grundsätzlich scheint der Bahnübergang sogar zu funktionieren. Es kommt ein Signalton, kurz danach schließen sich die Schranken. Es dauert nicht lange, dann kommt der Regionalexpress RE5 aus Richtung Norden angerauscht. Danach öffnen sich die Schranken wieder.
Allerdings ist der Bahnübergang an sich gesperrt, entsprechende Barrieren wurden aufgestellt. Es fehlen bei näherer Betrachtung auch die Lichtsignale an der Anlage. Seit November 2025 scheint dieser Zustand anzuhalten.
„Nach Inbetriebnahme des Bahnübergangs Gransee im Bereich Alte Ziegelei wurden mehrere Störungen festgestellt“, sagt ein Pressesprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage der MAZ.
„Diese betreffen das komplizierte Zusammenspiel aller Komponenten der Anlage. Diese Störungen werden zurzeit intensiv überprüft, es kommt dabei moderne Messtechnik zum Einsatz“, erklärt er weiter.
Zugleich würden umfangreiche Daten aus realen Zugfahrten analysiert. „Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in weitere technische Anpassungen beziehungsweise mögliche notwendige Umbauten der Anlage ein.“
Diese beschriebenen Arbeiten seien sehr aufwendig, da eine große Datenmenge erhoben und ausgewertet werden müsse.
Klar ist, dass sich die Arbeiten immer wieder verzögert haben. Das Amt Gransee hat auf seiner Facebook-Seite erstmals am 27. November 2025 über die Sperrung informiert. Damals sollte der Übergang am 9. Dezember 2025 wieder geöffnet werden. Dazu kam es aber nicht. Am 17. Dezember erfolgte dann die Information, dass die Arbeiten bis zum 9. Januar 2026 dauern würden.
Am 23. Januar hieß es dann: „Da die Deutsche Bahn die Ursache der Störung bislang nicht feststellen konnte, wird die bestehende Sperrung am Bahnübergang Ziegelei bis zum 27. Februar verlängert.“ So lautete eine weitere Mitteilung vom Amt Gransee. Seitdem herrschte Ruhe.
„Wir werden durch die Deutsche Bahn über den Sachstand informiert“, erklärt Christian Tutsch, der Leiter des Bauamtes im Amt Gransee. Immerhin: Verkehrstechnisch hat dieser Bahnübergang keine große Bedeutung. „Der Bahnübergang ist einer von acht im Amtsgebiet“, erklärt Christian Tutsch weiter. „Der Ortsteil Ziegelei hat keine Einwohner. Jedoch werden das ehemalige Ziegeleigelände und landwirtschaftliche Flächen über den Bahnübergang erschlossen.“ Der Verkehr erfolge momentan über den Ortsteil Ziegelscheune, der über die Landesstraße L22 erschlossen wird.
„Insofern hat der Bahnübergang eine Bedeutung“, so der Bauamtsleiter. „Grundsätzlich ist uns daher daran gelegen, dass der Übergang zügig wieder geöffnet wird. Allerdings haben wir auf die Baumaßnahme der Deutschen Bahn keinen Einfluss und können daher auf deren Dauer nicht einwirken.“ Der Sprecher der Deutschen Bahn kann einen konkreten Termin für die Öffnung des Bahnübergangs derzeit nicht nennen. „Wir bitten um Verständnis“, schreibt er. „Unsere Experten arbeiten unter Hochdruck an einer Lösung. Ein Bahnübergang kann aber erst dann in Betrieb gehen, wenn das Zusammenspiel der gesamten Technik einwandfrei funktioniert. Sicherheit hat für uns absolute Priorität.“
Gegenüber der Granseer Amtsverwaltung ist aber offenbar ein Termin genannt worden. „Aktuell wurde eine Sperrung bis Ende Juli angeordnet“, erklärt Christian Tutsch. Dann wären acht Monate Zeit verstrichen.
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