Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen, neulich, an einem späten Sonnabendabend im April, gegen 23.15 Uhr: Der Bahnsteig war voller Menschen, alle warteten auf einen Zug. Angezeigt war der Regionalexpress RE6 nach Neuruppin-West. Der Zug rollte pünktlich ein, er war recht gut gefüllt.
Etwas mehr als 20 Minuten später, der Zug kommt in Oranienburg an, ein gutes Dutzend Menschen steigen aus. Man kann nicht behaupten, dass der RE6 für Oranienburg überflüssig wäre. Ein Dreivierteljahr hatte Oranienburg eine halbstündliche Regionalexpress-Verbindung nach Berlin gehabt, zusätzlich zur S-Bahn. Es ist eine der Forderungen, die schon lange besteht.
Seit Anfang Mai ist das erst mal vorbei, weil der Zug wieder auf der Stammstrecke von Neuruppin über Kremmen fährt.
Ein gutes Angebot wieder zurückzufahren, sorgt immer für negative Reaktionen. Die Landesregierung und die Bahn winken ab, wenn es darum geht, zu schauen, ob und wie diese Verbindung bestehen bleiben könnte. Denn dass Oranienburg und Neuruppin keine Bahnverbindung haben, ist absurd.
Dass aber im Abstand von gerade mal 20 Minuten zwei Züge von Oranienburg über Hohenschönhausen und Lichtenberg fahren, ist ebenso absurd. Dass im Fahrplan und bei Streckenführungen absolut nichts zu verändern sein soll, ist mindestens schade. Und irgendwie ebenso absurd.
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