Nürnberg

Deutschland, 1945. Die Städte liegen in Trümmern. Das Land ist von den Nazis befreit. Zumindest sind sie nicht mehr an der Macht, weg sind sie nicht. Und viele von ihnen hoffen, irgendwie wieder an die Macht zu kommen.
Aber die Alliierten planen, die Naziverbrecher vor Gericht zu stellen. Die Amerikaner, Engländer, Franzosen und Sowjets planen entsprechende Prozesse.
Dafür wird der zu diesem Zweck einberufene Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg tagen. Dort soll unter anderen Hermann Göring (Russell Crowe) angeklagt werden, außerdem viele andere Nazis.
Bevor der Prozess beginnen kann, müssen aber Strategien entworfen werden, wie man ihnen beikommen kann. Der Psychiater Douglas Kelly (Rami Malek) soll klären, ob Göring prozessfähig ist. Dazu muss er mehrfach mit ihm sprechen – und eine Beziehung aufbauen. Übernimmt er sich an dieser Aufgabe?

„Nürnberg“ heißt der Film von James Vanderbilt, der auch das Drehbuch schrieb, ganz schlicht. Er zeigt sowohl die Zeit vor Prozessbeginn, die Vorbereitungen, die Gespräche, die Überlegungen. Aber auch Teile des Prozesses selbst.
Versucht wird ein Bild davon zu zeigen, wie Menschen wie Göring getickt haben. Sie werden als Dämonen dargestellt, als das Böse, das sie sicherlich auch waren. De ganze Ungeheuerlichkeit dieser Menschen blitzt dabei oft nur durch – bis es zum Prozess kommt und man durch Filmausschnitt aus KZs noch mal darauf aufmerksam gemacht wird, mit welchen Menschen und Entscheidungen wir es da tun haben.
Insofern spielt der Film auch ein wenig mit dem Zuschauer, der zwischendurch denen könnte, dass jemand wie Göring ja auch nette Seiten hat. Der Film konfrontiert uns aber auch mit grausigen, echt schlimmen Aufnahmen aus KZs.
„Nürnberg“ ist an sich über weite Strecken spannend, und er hat auch eine klare Botschaft an die heutige, jüngere Generationen. Nie wieder. Seid wachsam. Nie war diese Botschaft so dringlich wie derzeit.

-> Trailer auf Youtube

Nürnberg
USA 2025, Regie: James Vanderbilt
Weltkino, 149 Minuten, ab 12
8/10


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