Die PR-Maschine muss am Laufen gehalten werden, gerade für die nachfolgenden Generationen. 17 Jahre nach seinem Tod kommt Michael Jackson in die Kinos – in Form seiner Biografie.
Durchaus zurecht, denn zu sehen, wie aus Michael Jackson der größte Popstar der Welt wurde, ist interessant anzusehen.
Im Hinterkopf behalten sollte man dabei aber immer, dass die Jacksons selbst bei diesem Film, bei der Einordnung seines Lebens, die Fäden in der Hand haben.
Michael Jackson (Juliano Krue Valdi) ist noch ein Kind, als er unter der Führung seines Vaters Joe (Colman Domingo) Teil der Jackson Five wird. Damit feiert er erste Erfolge, weil er schon als kleinster der Gruppe zum Frontmann wird. Klar ist, dass er ein riesiges Talent hat. Aber früh merkt er auch, dass er ziemlich einsam ist, keine Freunde hat. Seine beste Freunde sind die Tiere, die er sich bald zulegt.
Als Erwachsener (Jaafar Jackson) will er sich von seinem Vater emanzipieren, er will seine eigene Musik machen. Er lernt Diana Ross (Kat Graham) und den Produzenten Quincy Jones (Kendrick Sampson), gemeinsam arbeiten sie am Album namens „Thriller“.
Keine Frage, „Michael“ ist durchaus spannend und natürlich auch interessant. Und spätestens wenn seine Songs erklingen, dann spürt man sowieso schon das Zucken in den Beinen.
Jaafar Jackson, Neffe von Michael, und auch Juliano Krue Valdi, spielen den Musiker richtig gut, das ist ein großes Plus für diesen Film.
Aber so richtig neue Enthüllungen bietet der Film nicht, will er auch nicht. Die Zielgruppe ist ganz klar: Die Jugendlichen, die sein Werk zwar kennen, aber nicht Michael als Person, sollen seine Geschichte kennenlernen, und zwar ohne die Störgeräusche, die seine Biografie eigentlich ausmachen.
Schon weil der Film Ende der 80er endet, kommt er in der Hinsicht auch nicht in einen Konflikt. Was wir erfahren, ist, dass Michael anders war. Irgendwie anders, speziell. Er wollte einen Zoo und seine Tiere waren das Größte. Die Beziehung zu seinem Vater war schwierig, ein wahres Trauma.
Was seine weitere Geschichte und die vielen Vorwürfe angeht, hinterlässt er somit eigentlich mehr Fragezeichen übrigens auch, weil der Film mt dem Hinweis endet, dass seine Geschichte weitergehe – ob das in einem zweiten Teil erzählt wird, geht daraus aber nicht hervor. Und es ist ja auch unklar, welche Geschichte man denn erzählen will, wenn es viele Anschuldigungen gibt, aber offenbar nicht 100-prozentige Beweise. Was der Film aber durchaus schaffen kann, ist, Zweifel zu säen, ob denn an den Anschuldigungen wirklich was dran ist, da Michael hier ein durchaus liebenswertes Creepy dargestellt wird, der keinem was zu Leide tun kann, geradezu asexuell.
Wenn es das Ziel des Films ist, Leute wieder seine Musik hören zu lassen und dass junge Zielgruppen sich das Musical ansehen (was noch mehr Geld in die Nachlasskasse spült), dann ist dieses Ziel erreicht.
Michael
USA 2025, Regie: Antoine Fuqua
Universal, 128 Minuten, ab 6
8/10
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