SA 04.04.2026 | 20.15 Uhr | RTL
Anderthalb Jahre hat es diesmal gedauert. RTL hat diesmal lange gewartet, „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) wieder an den Start zu schicken. Zum 21. Sieger ist am 9. November 2024 Christian Jährig gekürt worden. Allerdings ist es seitdem wieder recht still um ihn geworden. Um es mal vorsichtig auszudrücken.
Der Titel „Superstar“ ist deshalb mit größter Vorsicht zu genießen. In Zeiten von Tiktok, Instagram und Youtube, wo sich heute die Quellen dessen befinden, was sch junge Menschen heute reinziehen, ist eine Superstar-Suche bei RTL, unterbrochen von zig Werbeblöcken nicht mehr so wirklich attraktiv.
Nun kann man den Machern der Show eigentlich nicht vorwerfen, dass sie sich keine Mühe geben würden, das Ganze irgendwie am Laufen zu halten. RTL verspricht, dass es die neue DSDS-Staffel in sich habe, denn der Weg zum Recall sei anspruchsvoller als jemals zuvor. Tatsächlich wird ein wenig Spannung erzeugt, weil die Kandidaten am Ende nicht gleich einen Recall-Zettel bekommen, sondern sie müssen sich am Ende nochmals bewähren, und erst dann fällt die Entscheidung über die Recall-Teilnahme.
RTL hat diesmal wirklich lange gewartet, die neue Staffel auf Sendung zu schicken, die Castings müssten eigentlich schon im Sommer/Herbst 2025 stattgefunden haben, der erwartete Start zum Jahresbeginn ließ auf sich warten. Aber in Zeiten, wo auch RTL sparen muss, hauen sie ihre Shows vermutlich dosierter heraus.
Aber warum auf den Frühling gewartet wird und nicht zumindest nach den Dschungelwochen gestartet wird, ist unklar. Im Winter schauen ja immer noch ein paar Leute mehr, was läuft.
Dass sich RTL mit nun zwei Musikshows selbst Konkurrenz macht, verwundert zudem sehr: Dienstags laufen bald „DSDS“ bei RTL und „Sing meinen Song“ parallel.
Apropos Sparen: Man sieht es dieser Staffel sehr deutlich an, dass RTL für die Show nicht mehr viel Geld übrige hat. Die Castings finden quasi zu Hause, im RTL-Sendezentrum in Köln. Damit wir das auch alle wissen, gibt es während der ganzen Show immer wieder Drohnenaufnahmen vom RTL-Gebäude, so oft ist der Turm mit dem RTL-Logo vermutlich selten im Programm zu sehen gewesen.
Waren die Recalls früher an entfernten Urlaubszielen, muss heute der Europapark dafür herhalten. Immerhin spendiert man DSDS drei Live-Shows am Ende.
Teil der diesjährigen Jury ist Bushido, und er ist ja nicht unbedingt ein Sympathieträger. Aber er ist vielleicht die Überraschung dieser Staffel. Denn als Jurymitglied macht er sich erstaunlich gut. Er wirkt angemessen genervt, wenn jemand schlecht ist, er scheint tatsächlich eine Vorstellung davon zu haben, wen und was er in den Live-Shows haben will. Er ist freundlich, aber bestimmt, er nimmt die Leute ernst, will aber auch ernstgenommen werden.
Was erfreulich ist: RTL nimmt die Leute inzwischen weitgehend ernst, es wird nicht mehr mit Häme, eingespielten Tönen oder Geräuschen gearbeitet. Die Mischung aus Leuten, die wirklich singen können und die es, nun ja, weniger gut können, ist weiter gegeben, auch wenn man sich natürlich fragt, wieso einige der Kandidaten echt glauben, sie könnten singen und sich damit vor die Jury stellen.
Eröffnet wurde der Castingreigen in diesem Jahr übrigens von Tyrell. Weil er aus Oranienburg kommt, hat RTL auch den örtlichen Lokalzeitungen Bescheid gesagt, in der Sendung selbst ist Oranienburg ihnen aber scheinbar zu poplig: Da ist Tyrell aus Berlin, und er selbst sagt „aus der Nähe von Berlin“. Auch Kleinstädte haben das Recht, in RTL-Shows erwähnt zu werden…
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