Die Kantine der Sana-Kliniken in Sommerfeld steht auch Besuchern offen – der Küchenchef Frank Neye geht nach 43 Jahren bald in den Ruhestand
MAZ Oberhavel, 25.3.2026
Sommerfeld.
Genau genommen ist die Kantine der Sana-Kliniken in Sommerfeld ein Mitarbeiterrestaurant. Besucher der Patienten haben aber trotzdem die Möglichkeit, dort essen zu gehen. Aber auch Taxifahrer oder Handwerker würden diese Möglichkeit nutzen, erzählte Küchenchef Frank Neye.
Etwa 350 Essensportionen werden Tag für Tag in der Sommerfelder Klinikküche hergestellt – ungefähr 250 für Patienten und weitere 100 für Mitarbeitende und Gäste.
„Wir haben einen sechswöchigen Speiseplan“, sagt Frank Neye, der den MAZ-Reporter ganz klassisch mit seiner Kochmütze empfängt. Auf dem wechseln sich die Speisen immer wieder ab – jeden Tag sind es drei verschiedene Gerichte, die angeboten werden.
In der Regel ist es die klassische deutsche Hausmannskost, die auf dem Speiseplan der Kantine zu finden ist. Beim Besuch am Donnerstag war es die schon oft in dieser Serie erwähnte „Tote Oma“, also Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln.
Ein Ausblick auf die Woche ab 23. März zeigt auch die ganze Vielfalt. So steht am Montag, 23. März, zum Beispiel eine Geflügelfrikadelle an Bratensoße mit Kaisergemüse und Petersilienkartoffeln auf dem Plan. Wer es vegetarisch mag, für den gibt es hausgemachten Kräuterquark mit Möhrenrohkost und Kartoffeln.
Am Dienstag, 24. März, gibt es unter anderem Kesselgoulasch nach ungarischer Art oder einen Knoblauch-Kräuterbraten mit grünen Bohnen und Kartoffelpüree.
Ein gedünstetes Schollenfilet mit Gemüsestreifen, Zitronensoße, Kartoffeln und Salat steht am Mittwoch, 25. März, auf dem Programm – ebenso wie ein veganer Erbseneintopf.
Im Laufe der Woche werden aber auch Seelachsfilet, eine vegetarische Bolognese, Hühnerfrikassee oder Milchreis angeboten.
Das Mittagessen gibt es in der Regel ab etwa 11.30 Uhr. Ansonsten öffnet an der Reha-Klinik aber auch eine Cafeteria, montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und am Wochenende von 13 bis 17 Uhr. Im Sommer könnten die Öffnungszeiten etwas verlängert werden.
Das Angebot dort reicht von Bockwurst, über Knacker und Boulette bis zur Hähnchenbrust und einem Salat, außerdem Kuchen und Eis.
In früheren Zeiten war die Cafeteria länger geöffnet, „der Knackpunkt aber war Corona“, erzählt Frank Neye. „Damals ist der Gästestrom ausgeblieben.“ Auch danach sei es schwieriger als vorher gewesen.
Insgesamt arbeiten 35 Menschen für den Küchenbereich der Sommerfelder Kliniken, inklusive einiger Zwei- und Vier-Stunden-Kräfte, wie der Küchenchef sagt. „Wir arbeiten aber auch 365 Tage im Jahr und in verschiedenen Schichten. Dadurch haben wir einen hohen Bedarf.“
Frank Neye arbeitet seit 43 Jahren als Koch an der Sommerfelder Klinik. Gelernt hat er einst in der damaligen Gaststätte „Weißer Hirsch“. Nachdem er ein halbes Jahr dort gearbeitet hatte, wechselte er nach Sommerfeld, wo er auch geboren worden war.
„Mein Vater hat hier schon 45 Jahre gearbeitet“, erzählt Frank Neye. „Irgendwann sprach er mich an: Die suchen hier einen Küchenleiter. Willst du nicht anfangen?“ Er wollte.
Sein Tag beginnt in der Regel um 6 Uhr, er hat es von Beetz aus nicht weit zur Arbeit. „Dann mache ich erst mal die Bestellungen, ich nehme Ware an, mache den Dienstplan.“ Als Küchenchef habe er heutzutage mehr administrative Aufgaben. Ab etwa 7 Uhr werde gekocht, erzählt er.
Er selbst hat meist gegen 15 Uhr Feierabend, der Betrieb in der Küche gehe da natürlich noch weiter.
Mehr als vier Jahrzehnte arbeitet Frank Neye nun in Sommerfeld – jetzt sind es noch fünf Monate. Der 64-Jährige geht bald in den Ruhestand. Daniela Redel wird seine Nachfolgerin, sie ist heute schon Teil des Teams.
Zu den beliebtesten Gerichten in Sommerfeld zählt tatsächlich die schon erwähnte Blutwurst mit Sauerkraut. „Die ist der Renner.“ Ebenso die Bratkartoffeln. „Leber ist auch etwas, was gern genommen wird, beim Schnitzel sind wir uns auch sicher.“
Die Essensgewohnheiten der Menschen hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten durchaus geändert, so gebe es durchaus eine Wiederkehr der alten DDR‑Gerichte – Stichwort „Tote Oma“.
So gebe es auch immer mal wieder Irritationen, wenn das Jägerschnitzel auf dem Plan stehe. In Ostdeutschland kennt man es als gebratene Jagdwurst mit Tomatensoße. „Wir haben aber verschiedene Patienten, und einige warten dann auf Champignons mit einem richtigen Schnitzel“, erzählt der Küchenchef.
Er selbst esse alles, sagt Frank Neye. „Hier koche ich alles, was ich auch gern esse“, ergänzt er mit einem Lächeln. Wobei er heute als Chef weniger selbst koche. „Für mich ist hier Kochen eher schon zur Nebensache geworden.“
Die allgemeinen Preissteigerungen sind auch in Sommerfeld ein Problem. „Gerade beim Fisch. Der ist bei uns auch beliebt, aber da sind die Preise im Einkauf auch sehr gestiegen.“
Gäste, die in der Sommerfelder Kantine essen möchten, zahlen zwischen 8 und 9 Euro. Gelegentlich werden spezielle Gerichte angeboten, zum Beispiel Spargel. „Der ist dann teurer“, sagt Frank Neye.
Die Kantine der Sommerfelder Sana-Kliniken befindet sich im Gebäude der Reha-Klinik auf dem Gelände in der Waldhausstraße 44.
Schreibe einen Kommentar