MI 18.03.2026 | 20.15 Uhr | Das Erste
Steife Dialoge steif vorgetragen. Trutschige Figuren, tranige Umsetzung. Das ist ein Vorurteil über den deutschen Film. Viel zu oft stimmt es leider.
Am Mittwoch lief im Ersten zur besten Sendezeit der Film „So haben wir dich nicht erzogen“. Er hat die oben genannten Klischees nicht erfüllt – denn es handelte sich um einen Film aus Österreich. Steif, trutschig und lahm war er aber trotzdem.
Dabei war das Thema durchaus interessant und versprach humorvolle anderthalb Stunden.
Balbina (Brigitte Hobmeier) und Inka (Gerti Drassl) leben seit vielen Jahren zusammen, sind aber nicht verheiratet. Ihre Tochter Hedwig (Alina Schaller) bekam sie nach künstlicher Befruchtung. Und eigentlich war sie immer politisch total korrekt. Dann aber verliebt sich Hedwig – in einen Mann! Und diesen Andreas (Julian Pichler) will sie sogar heiraten! So was hat es in der Lebensrealität von Balbina und Inka nicht gegeben.
Im Grunde geht es um ein umgekehrtes Outing. Die Tochter outet sich vor ihren lesbischen Eltern als heterosexuell.
Wenn doch das Ganze, und ich erwähnte es ja bereits, nicht so schrecklich trutschig gewesen wäre. Am Ende erfüllte der Film viele doof-unlustige Klischees. Inka ist steif-verklemmt und redet total gestelzt, und natürlich wird auf korrekte Aussprache und Gendern gepocht.
Die Dialoge sind allgemein fast durchweg ömmelig, und wenn man vor hatte, sich über verklemmte Klischee-Lesben lustig zu machen, dann ist das echt gelungen.
Aber eben auch überhaupt nicht hilfreich, weil an sämtlichen Zielgruppen vorbeigesendet. Die queere Zielgruppe findet den Humor eher low, ältere Zuschauer, die angesichts des Themas sowieso auf der Picke sind, schalten erschreckt weg.
Ist es denn wirklich zu viel verlangt, mal wirklich ein bisschen Kreativität und wirklichen (nicht trutschigen) Witz in solche Filme zu stecken?
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 11. März 2027)
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