Wahl 2026: Berliner Runde

SO 08.03.2026 | 19.20 Uhr | Das Erste

Wenn AfD-Politiker ins Fernsehen gehen, dann machen sie das nicht, um sich an der Diskussion zu beteiligen. Viel mehr besteht der Eindruck, sie machen das ausschließlich für ihre Social-Media-Kanäle. Denn dort können sie ihre Beschimpfungen reinstellen und sich ihren Fans als die großen Widerstandskämpfer darstellen.

Bei der „Berliner Runde“ zur Landtagswahl in Baden-Württemberg war am Sonntagabend im Ersten auch Alice Weidel von der AfD zu Gast. Anders als die anderen rein männlichen Vertreter war sie aber nicht in Berlin, sondern in Stuttgart. Sie saß ein wenig entrückt in der Bluebox, im Hintergrund das Stuttgarter Schloss, neben ihr ein Springbrunnen. Vielleicht saß sie auf einer falschen Position im Studio, denn das Bild wirkte auch ganz leicht unscharf.

Weidel wirkte einerseits lustlos, aber auch gewohnt angriffslustig. Unabhängig von den Fragen des Moderators, polterte sie los. Die SPD könne froh sein, dass sie überhaupt noch im Landtag sei (da hat sie natürlich recht), Merz habe Manuel Hagel den Wahlsieg verhagelt (das hat Hagel schon selbst erledigt), und überhaupt: Schuldenbremse,. absolutes Versagen, und so weiter.

Und sie ätzt natürlich gegen die zu erwartende Grün-schwarze Koalition und gegen die Brandmauer. Der Wähler wolle das nicht, der Wähler wolle eine Mitte-Rechts-Regierung. Es klang, als ob Weidel sagen wolle, dass der Wähler will, dass CDU und AfD koalieren. Was natürlich Unsinn ist, weil Wähler ind er Regel nur eine Partei und keine Koalition wählen. Und dass eine große Mehrheit der CDU-Wähler einen Zusammenschluss mit der AfD wolle, wage ich zu bezweifeln.

Später tut sie so, als würde sie den SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf nicht kennen, was einerseits albern-peinlich ist, andererseits natürlich eine absolute Häme gegenüber einem der Wahlverlierer ist – und natürlich ein Knaller für ihre Social-Media-Kanäle, wo man sie dafür feiern wird.

Zwischendurch fragt Weidel in die Regie, als sie am Telefon rumspielen dürfe, während… – den Rest versteht man nicht. Und ganz am Ende hat sie nicht mal mehr zugehört, was da in Berlin gesprochen wird. „Was genau, bitte?“, fragt sie, als sie vom Moderator noch mal angesprochen wird. Vielleicht hat sie wieder am Telefon rumgespielt…

-> Die Sendung bei der Tagesschau auf Youtube


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