Schlaglöcher und ein bisschen Straße

Anwohner der Kanalstraße in der Siedlung II in Zehdenick sind schwer genervt: Die Löcher in der Fahrbahn sind so groß und tief, dass Schäden an den Autos drohen

MAZ Oberhavel, 9.3.2026

Siedlung II.
Wer in der Siedlung II bei Zehdenick von der Landesstraße in die Kanalstraße einbiegt, erlebt gleich eine böse Überraschung. Gleich am Beginn der Straße befindet sich ein tiefes Schlagloch.
Das Schild „Vorsicht, Straßenschäden“ steht direkt daneben, aber da ist es eigentlich schon zu spät, wenn man als Ortsunkundiger schon ins Loch gefahren und womöglich mit dem Auto aufgesetzt ist.
Aber es ist nicht das einzige Schlagloch in der Kanalstraße der Siedlung II. Auf der gesamten Strecke befinden sich riesige Löcher, sowohl in der Mitte, als auch an den Rändern. Wer am Nachmittag gegen die Sonne die Straße langfährt, muss sehr vorsichtig sein.

Danjela Lindner wohnt seit 2008 in der Kanalstraße, ihre Nachbarin Cornelia Berndt seit 2012. „Seit zwei, drei Jahren ist die Straße nun schon in diesem Zustand“, sagt Cornelia Berndt. „So schlimm wie jetzt war es aber noch nie.“
„Ich bin hier schon öfter mit dem Auto aufgesetzt“, erzählt Danjela Lindner, und ihre Nachbarin ergänzt: „Die Autos leiden echt darunter.“ Schuld sind aus ihrer Sicht beispielsweise die Lkw, die durch die Straße rollen. „Die fahren hier alle wie die Säue. Die schweren Lkw fahren alles kaputt“, so Cornelia Berndt weiter.
Sie fährt ihr Auto inzwischen kaum noch über die Kanalstraße. Sie fährt nun „hintenrum“ und parkt ihren Wagen woanders.

Weil die Straße mehr eine Schlagloch-Ansammlung anstatt einer Fahrbahn ist, leiden auch die Fußwege und Einfahrten der Anwohner. „Die Autos weichen aus, und dadurch werden auch die Fußwege kaputtgefahren.“ Cornelia Berndt zeigt auf ihre Grundstücksausfahrt, die auch schon zerfahren ist. „Die haben sie auch schon kaputtgemacht.“
Wenn sie Mülltonnen zur Abfuhr an ihr Grundstück stellt, „dann werden die einfach weggestellt, die schieben die Leute beiseite, und das kann ja wohl nicht sein.“ Sie habe schon in der Siedlungs-WhatsApp-Gruppe geschrieben, dass das doch bitte zu unterlassen sei. „Das ist doch keine Art und Weise.“
Danjela Lindner kann aber verstehen, dass die Autos ausweichen. „Man schert aus, und in ein anderes Schlagloch fährt man dann trotzdem rein und setzt auf.“
Die Anwohner versuchen sich immer mal wieder, selbst zu helfen. „Man versucht schon selbst, Sand und Splitt reinzuschaufeln“, sagt Danjela Lindner. „Aber das hilft auch nicht wirklich.“ Einige Schadstellen der Kanalstraße seien auch in der Vergangenheit schon mal notdürftig geflickt worden, aber an vielen Stellen ist der Fahrbahnbelag wieder aufgeplatzt.

In der Kanalstraße in der Siedlung II ist Tempo 30 erlaubt. „Aber das ist schon viel zu viel“, sagt Cornelia Berndt. „Es müssten alle Schrittgeschwindigkeit fahren.“ Wer mit Tempo 30 durch die Straße fährt, riskiert in der Tat Beschädigungen am Auto.
Am gefährlichsten sei es, wenn es geregnet habe und die Löcher voll Wasser stünden. Dann sei für Autofahrer nicht ersichtlich, wie tief und groß die Löcher seien.

Mehrfach hätten sich Bewohner der Kanalstraße an die Zehdenicker Stadtverwaltung gewandt. „Es fehlen die Gelder“, sei die Antwort gewesen, sagt Cornelia Berndt.
Zehdenicks Bauamtsleiterin Julia Göbel sagte am Donnerstag auf Nachfrage der MAZ, dass derzeit Straßenbegehungen stattfinden, „sodass wir einen Ist-Zustand haben“. Dann könne eine Priorisierung erfolgen. Aktuell könne sie aber noch nichts dazu sagen, wie es mit der Kanalstraße weitergehe.
„Wir wünschen uns, dass die Löcher zeitnah und professionell gestopft werden“, sagt Cornelia Berndt, und sie ergänzt: „Nicht so, wie beim letzten Mal.“


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