Marty Supreme

Pingpong. Ein kleines sportlicher Zeitvertreib. Könnte man jedenfalls meinen. Dabei ist Tischtennis ein großer Sport.

Marty Mauser (Timothée Chalamet) ist Mitte zwanzig und hat einen Traum. Er will kein Schuhverkäufer mehr sein. Er will auch nicht Geschäftsführer des Ladens werden, obwohl ihm das angeboten wird. Nein, er will Weltmeister werden. Im Tischtennis. Er ist der festen Ansicht, dass er der beste ist.
Das Problem: Er hat nicht genug Geld, um zu den Wettbewerben zu reisen – er muss es sich pumpen. Oder ergaunern.
Beim Turnier in London ist er dann auch sehr erfolgreich. Im Finale aber scheitert er am Japaner Koto Endo (Koto Kawaguchi). Koto hat eine Spielweise, mit der Marty nicht klarkommt.
Um zur WM nach Japan fliegen zu können, braucht er nun noch mehr Geld. Er versucht, seine Leute anzuzapfen – bis hin zur Freundin eines möglichen Sponsors, der Schauspielerin Kay Stone (Gwyneth Paltrow).

„Marty Supreme“ heißt der neuartige Tischtennisball, der Marty im gleichnamigen Film präsentiert wird. Er ist rot – das macht ihn im Spiel sichtbarer, wenn die Spieler weiße Kleidung tragen.
Der Film von Josh Safdie handelt vom Tischtennis – aber vor allem davon, wie Marty Mauser atemlos versucht, Geld zu bekommen.
Und atemlos – das ist auch ein gutes Stichwort für diesen Film. Er lässt einem kaum die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. „Marty Supreme“ ist rasant, unglaublich dicht und schnell – faszinierend und fesselnd.
Timothée Chalamet spielt fulminant – ist aber gar nicht zwingend ein Sympathieträger. Denn Marty wirkt liebevoll, ist aber durchaus ohne Skrupel. Leute, die ihm nützlich sind, nutzt er aus. Er zeigt wenig liebevolle Emotionen – er ist im Tunnel. Es gibt einen einzigen Moment, wo ihm die Emotionen übermannen.
Nach 15 Jahren kehrt zudem Gwyneth Paltrow auf die Leinwand zurück. Kay beginnt mit Marty eine merkwürdige Affäre, er nutzt sie aus. Sie nutzt ihn aus. Die mehr als 20 Jahre Altersunterschied spielen keine Rolle.
Als Zuschauer weiß man oft gar nicht genau, ob man diesem Marty wirklich alles Gute wünschen soll – so oder so ist es aber packend, diesem schnellen Treiben zuzuschauen.

-> Trailer auf Youtube

Marty Supreme
USA 2025, Regie: Josh Safdie
Tobis, 150 Minuten, ab 12
9/10


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