SO 22.02.2026 | RTL+
Um so richtig verwegen auszusehen, hat sich sich eine Augenklappe überzogen – und so hatte Piratin Frauke Ludowig eine echte Mission – und scheiterte kläglich an Gils Ofarims Schweigemauer.
Oft ist davon die Rede, „Der Fall Gil Ofarim“ sei eine Doku, aber vermutlich hat niemand davon die Sendung wirklich gesehen. Denn es handelt sich um ein Interview. Es beginnt damit, dass Frauke Ludowig geschminkt wird und ihre Augenklappe richtet. Sie hatte eine Augen-OP, sagt sie entschuldigend. Lustig sieht es trotzdem aus.
Alles in allem ist Gil offenbar schwer genervt davon, dass man mit ihm immer nur über Leipzig sprechen will. Wo er doch so ein wahnsinnig erfolgreicher Sänger ist. Oder war. Oder, nun ja. Er hätte da doch so so so viel zu erzählen. Stattdessen soll er sich schon wieder entschuldigen.
„Das habe ich gemacht, und das habe ich ihm persönlich auch selber gesagt bei Gericht“, sagte er im Interview. „Ich habe das Gefühl, dass das viele Menschen da draußen entweder gar nicht interessiert, oder sie wollen es immer wieder hören. Ich habe das schon erledigt und gemacht. Das war schon bei Gericht. Aber ich kann mich nur wiederholen: Alles, was da passierte und im Nachgang alles: ‚Es tut mir leid!‘ und alles Weitere kann und darf ich nicht sagen.“
Dabei geht es gar nicht darum, dass alle hören wollen, dass es ihm leidtue. Vielmehr besteht der Eindruck, dass er es nicht aufrichtig so meint. Die spannende Frage ist auch, warum er es hat so weit kommen lassen. Wieso hat er denn behauptet, er sei antisemitisch beleidigt worden? Wenn Gil sagt, er dürfe darüber nicht reden, dann irrt oder lügt er. Er darf seine Lügen nicht wiederholen, aber natürlich gern die Wahrheit sagen. Macht er aber nicht.
Im ganzen Interview windet sich der Dschungelkönig wie ein Aal, wie ein Politiker der auf gar keinen Fall wahrhaftig zu einem Thema sprechen will. Man merkt, dass auch Frauke Ludowig davon leicht genervt ist.
Natürlich muss Gil Ofarim zu all dem nichts sagen. Aber es macht ihn zum einen nicht sympathischer und zum anderen absolut nicht glaubwürdig.
Den aus Versehen glaubwürdigsten Moment liefert dann aber Frauke Ludowig. Ofarim erzählt, er habe Angebote gehabt, erotische Hörbücher einzusprechen. Ob sie so was hören würde, will er von ihr wissen. Frauke meinte darauf, dass das schwierig sei, weil sie ja sein Gesicht vor sich sehe. Da war Gil kurz mal beleidigt, aber der Punkt ging an Frauke. Wenigstens sie war ehrlich.
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