Es ist das Serien-Phänomen dieses Winters. Der Hype ist riesig, und Instagram und Tiktok ist voll davon.
Aber es ist nicht nur eine Serie. Vor allem ist es ein Roman.
Zwei Eishockeyspieler. Zwei Rivalen. Zwei, die sich hassen.
Eigentlich. In der Öffentlichkeit.
Shane Hollander ist der Kapitän der Montreal Voyagers. Er will siegen, er will erfolgreich sein, der beste.
Ilya Rozanov ist der Kapitän der Boston Bears. Er stammt aus Russland, und er ist der Star seines Teams. Siegen will er auch, erfolgreich sein, der beste.
Wenn Hollande rund Rozanov auf dem Eis aufeinander treffen, dann ist da eine harte Rivalität, Hass auch.
Nach einem der Spiele treffen sie sich vor der Halle, Rozanov raucht eine. Sie sprechen kurz.
Da ist eine Faszination, eine Anziehung.
Sie beginnen eine Affäre. Es ist eigentlich nur Sex, immer dann, wenn sie in der selben Stadt sind, vielleicht ein-, zweimal im Jahr.
Das geht lang so weiter, Jahr für Jahr – aber irgendwann müssen se sich damit auseinandersetzen, dass da vielleicht noch mehr ist. Aber wenn das so ist – wie soll das gehen, im harten Sport-Business, in dem sie Rivalen sind?
„Heated Rivalry“ hat eine wahnsinnige Aufmerksamkeit erzielt, die Serie bei HBO Max ist populär, gerade bei Frauen. Das ist deshalb so speziell, weil die Geschichte durchaus zur Sache geht. Die beiden Männer treiben es miteinander – im Buch und in der Serie. Davon abgesehen bringt es aber auch en wichtiges Thema in den Vordergrund: Homosexualität im Sport. Es gibt kaum geoutete Sportler, in bestimmten Sportarten gar keine.
Die Buchvorlage ist von der Autorin Rachel Reid. Es ist keine der üblichen Romanzen, den sie machte es ihren Figuren alles andere als einfach. Viele Jahre ist es ein Tanz um den Vulkan, ihre Liebe können sie sich lange nicht gestehen. Selbstzweifel, Zweifel darüber, was der andere denkt, auch Angst. Damit befasst sich der Roman.
Weil sie so lange mit sich hadern, vor dem anderen den Macker spielen und ihr wahres Ich verschleiern, wird auch der Leser ein wenig auf die Folter gespannt. Aber so wird auch die Spannung hochgehalten. Andererseits ist der Roman aber auch schrecklich kitschig. Aber es ist ein Kitsch, der sehr schön aufgeschrieben ist, mit lebensnahen Dialogen.
Eines ist ein wenig irritierend: Nach dem Epilog kommt noch ein nachgeschobenes Kapitel, das jedoch ein paar Wochen vor dem Epilog spielt. Das hätte man gerne mal sortieren können.
Rachel Reid: Heated Rivalry
Second Chances, 443 Seiten
9/10
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