Plainclothes

Eine Gruppe von Undercover-Polizisten hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwule Männer hops zu nehmen. Einer von ihnen nimmt Augenkontakt auf und lockt ihn in die Toilettenräume. Kommt es nur in Ansätzen zu unzüchtigen Handlungen, kommt es zur Festnahme. Den Männern gefällt ihr Job, die Abscheu vor den Typen, die sie festnehmen, ist groß, und die Männer die Bekanntschaften schließen wollen, sind dort in Gefahr.
Man mag es kaum glauben, aber das passiert in New York, 1997. Homosexualität ist nichts Kriminelles, aber der Druck und die Unsicherheiten sind immer noch groß.
Lucas (Tom Blyth) ist noch relativ frisch in der Truppe, aber auch ihm ist bereits eine Festnahme gelungen. Allerdings. Lucas steht auf Männer, er gehört zu der Gruppe von Männern, die sich hier eigentlich festnehmen sollen.
Eines Tages steht Andrew (Russel Tovey) in eben jener Toilette vor ihm, und eigentlich soll es auch hier wieder zur Festnahme kommen. Aber Andrew fasziniert ihn, und er lässt ihn laufen – und trifft sich wieder mit ihm.
Und während sich Lucas mehr und mehr öffnet, muss er feststellen, dass der so offen und locker wirkende Andrew auch so sein Päckchen zu tragen hat…

„Plainclothes“, also „In Zivil“, heißt der Film von Carmen Emmi. Er zeigt nicht nur das verstörende Vorgehen dieser Polizisten in einer Zeit, von der man dachte, dass sie schon recht liberal war. Dass es für Lucas in diesem Umfeld unmöglich ist, sich zu outen und dass das ihm selbst vor seiner Familie schwerfällt, ist da ganz klar. Aber auch Andrew ist eine sehr spannende Figur mit Brüchen. Denn einerseits ist er derjenige, der Lucas herausfordert, ihn dazu bringt, mehr zu sich zu stehen. Andererseits stellt sich aber raus, dass es Andrew aus anderen Gründen gar nicht besser geht – und dass er mehr noch als Lucas gefangen it in seinem Leben.
Das Stilmittel, dass immer wieder Szenen so wirken, als würden sie mit der Kamera eingefangen werden, mit der sich die Männer in der Toilettenanlage überführt werden sollen, ist zwar durchaus naheliegend, dennoch nerven die großkörnigen Bilder in etwas kaputter VHS-Optik etwas.
Und obwohl die Handlung oft deprimierend ist, so überwiegt zumindest für Lucas irgendwann aber doch das Positive.

-> Trailer auf Youtube

Plainclothes
USA 2025, Regie: Carmen Emmi
Cinemien, 95 Minuten, ab 16
7/10


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