Gerne wird die Presse im Herbst zu Fototerminen eingeladen, wo im Depot stolz das Salz für die winterlichen Tage präsentiert wird. Alles sei vorbereitet, heißt es dann. Das scheint aber längst nicht für alle Orte in Oberhavel zu gelten.
In Bergfelde musste am Donnerstag gar für einen ganzen Tag eine Straße gesperrt werden, weil sie unter einem Eispanzer lag – Tage nach dem Wintereinbruch. Auch die Franz-Schmidt-Straße in Schildow hatte am Freitag immer noch eine Eisschicht. Zu dem Zeitpunkt lag der Schnee bereits seit sieben Tagen.
Es ist, wie es ist, könnte man jetzt einerseits sagen. In der Tat sollte in diesen Tagen auch ein wenig Gelassenheit vorherrschen. Langsam und vorsichtig fahren – das ist die Devise. Gerade in den Nebenstraßen wird oft nicht geräumt, da müssen das dann auch oft die Anwohner übernehmen.
Ich kenne das von zu Hause, unsere Straße wurde so gut wie nie geräumt, das das Schneeschieben machen die Anwohner selbst. So hatten wir nach dem Schneefall auch eine fortwährend winterliche Gegend. Hat auch was. Und beim Fahren gewöhnt man sich dran.
Auf den Hauptverkehrsstraßen ist das aber was anderes – und dort auch an den danebenliegenden Gehwegen. Schwerer haben es da nämlich die Fußgänger, die nicht ausrutschen wollen.
Dann Tage später zu sagen, es gebe einfach zu wenig Salz, das wirkt durchaus ein wenig wie eine Ausrede. Immerhin kommt der Winter ja nicht plötzlich. Aber so hat es der Mühlenbecker Bürgermeister verkündet, nachdem sich tagelang seine Bürger über den Zustand der Straßen aufgeregt haben.
Vielmehr scheint es so, dass unterschätzt wird, dass es im Winter immer noch schneien kann – wenn auch seltener als früher. Und scheinbar bereiten sich einige Unternehmen, die sich um den Winterdienst kümmern, nicht mehr gut genug auf solche Witterungen vor. Und/oder es gibt es zu wenig Leute, die man dafür einstellen könnte.
Die Quittung gibt es dann aber an solchen Tagen wie jetzt. Dass nach fast einer Woche Hauptstraßen – wie in Hohen Neuendorf und im Mühlenbecker Land – immer noch nicht freigeräumt sind, ist wirklich ein Armutszeugnis.
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