Stromberg – Wieder alles wie immer

(1) -> 24.2.2014

Nach fünf Staffeln der Serie von 2024 bis 2012 und einem Kinofilm von 2014 meldet sich Stromberg wieder zurück – mit einem zweiten Film im Kino, und eigentlich bietet er den Vorlauf für eine mögliche 6. Serienstaffel.
Stromberg, der Chef eines großen Versicherungsbüros, war sexistisch, anmaßend, übergriffig und ein ziemliches Ekel. Schon damals war die Serie allerdings ein bisschen verkannt, weil es schon immer darum ging, wie vor allem die anderen auf Stromberg reagieren. Nun war also die große Frage, wie denn Stromberg 2025 ist? In einer Zeit, in der viele Leute auf politische Korrektheit achten.
Nun ja, man könnte sagen: Es ist schwierig, aber aus anderen Gründen als gedacht.

Es ist 20 Jahre her, dass ein Dokuteam damit begann, Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) und sein Team von der Schadensregulierung der Capitol-Versicherung zu begleiten und alles zu filmen.
Nun plant ein Sender eine Wiedersehensshow. Dazu kommt das damalige Team wieder zusammen. Berthold „Ernie“ Heisterkamp (Bjarne Mädel), Tanja (Diana Staehly) und Ulf Steinke (Oliver Wnuk), Jennifer Schirrmann (Milena Dreissig) und Stromberg sehen sich nach langer Zeit wieder.
Aber vor dem Studio gibt es Proteste, die sich auch auf die Produktion auswirken, und natürlich kommt es auch untereinander wieder zu Konflikten.

Dieses Comeback ist leider nicht gelungen. Es ist sogar streckenweise ziemlich traurig, wie diese Figur geradezu verraten wird.
Dabei passt es grundsätzlich in diese Zeit, zu sehen, dass es Proteste gibt, wenn jemand Äußerungen von sich gibt, die anderen nicht passen. Das sehen wir auch in diesem Film.
Bernd Stromberg steht den Demos und dem Hass gegenüber, und damit kommt er schwer klar. Er stellt sich in Frage, seine Ansichten, seine Art und Weise.
Im wahren Leben wäre das vermutlich irgendwie sinnvoll, aber in diesem Film ist das vollkommen kontraproduktiv. Stromberg wird streckenweise vollkommen gebrochen. Diese Demos, dieses Geschrei ist vermutlich realistisch, aber für einen zweiten Stromberg-Film hätte man sich elegantere Lösungen überlegen können.
Schon allein das Fernseh-Wiedersehens-Setting ist keine gute Idee gewesen, weil sie vom eigentlichen Kern der Geschichte völlig weggeht.
Stromberg 2025 hätte auch funktioniert, wenn Bernd ein Ekel geblieben wäre und er aber im Büro ordentlichen Gegenwind oder entsprechende Reaktionen bekommen hätte.
Aber einen Stromberg, der irgendwelche feinfühligen Dinge von sich gibt, das ist weder sehr glaubwürdig, noch besonders lustig.
So ist „Stromberg – Wieder alles wie immer“ eine ziemliche Mogelpackung, weil eben nicht alles wie immer ist.
In den letzten Sekunden deutet sich die mögliche Stromberg-Zukunft an. Es wäre schön gewesen, wenn diese nach 20 Minuten im Film schon begonnen hätte.

-> Trailer auf Youtube

Stromberg – Wieder alles wie immer
D 2025, Regie: Arne Feldhusen
Filmwelt, 100 Minuten, ab 12
3/10


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