Busse möchte ins Landratsamt

Der Kremmener Bürgermeister will sich um die Nachfolge von Egmont Hamelow bewerben – falls er den Oberhavel-Posten bekommt, steht in Kremmen 2026 wieder eine Wahl an

MAZ Oberhavel, 12.12.2025

Kremmen.
In Kremmen könnten schon 2026 wieder Bürgermeisterwahlen stattfinden. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) will im kommenden Jahr ins Landratsamt nach Oberhavel wechseln. Das bestätigte er am Mittwoch in einem Gespräch mit der MAZ. Sebastian Busse will Nachfolger von Egmont Hamelow werden. Er ist erster Beigeordneter, stellvertretender Landrat und Chef des Bauordnungsamtes.

Egmont Hamelow wird sich Ende Juli 2026 in den Ruhestand verabschieden. Seine Stelle ist nun ausgeschrieben, sein Nachfolger könnte am 1. August 2026 die Stelle antreten. Eine Bewerbung auf den Posten im Landratsamt bedeutet aber noch nicht, dass Sebastian Busse sie auch antreten kann. Zunächst muss sich Landrat Alexander Tönnies zur Personalie positionieren und auch den möglichen Bewerber auswählen. Zudem müssen die Abgeordneten des Kreistages voraussichtlich am 25. Februar 2026 darüber abstimmen. Würden sich die Kreistagsabgeordneten tatsächlich für Sebastian Busse als neuen ersten Beigeordneten aussprechen, dann müssten die Menschen in Kremmen neu wählen. Die Bürgermeisterwahl könnte dann noch vor den Sommerferien stattfinden, erfuhr die MAZ. Sebastian Busse dazu am Mittwoch: „Das wäre realisierbar.“

Damit bestätigt sich auch ein entsprechendes Gerücht, das schon einige Wochen durch Kremmen waberte. In der Sitzung der Stadtverordneten am 20. November hatte sich bereits Kremmens Ortsvorsteher Eckhard Koop (DUB) danach erkundigt, ob dieses denn stimme. Sebastian Busse gab an diesem Abend nur eine ausweichende Antwort, indem er sagte, dass ihm keine Ausschreibung vorliege – zum Gerücht selbst hatte er weder „ja“ noch „nein“ gesagt. Nun ist also klar, dass er sich bewirbt. „Ich habe mich in meinem Leben immer wieder entwickelt“, sagte er. Das könnte ein nächster Schritt in seinem Arbeitsleben sein. „Solche Dinge kommen nie zum richtigen Zeitpunkt, ich hätte schon gern meine zweite Amtszeit als Bürgermeister vollbracht.“ Busse ist jetzt neun Jahre Bürgermeister in Kremmen.
Aber er wolle weiter dazulernen. „Das wäre dann ja schon ein anderer Job, als Bürgermeister zu sein“, so Busse weiter. Im Landratsamt könne er seine Erfahrungen einbringen. „Aber es ist auch ein bisschen mehr Verwaltung als jetzt. Und an manchen Tagen ist man auch der Landrat und leitet die Geschicke.“

Ganz neu sind die Ambitionen von Sebastian Busse nicht. Im Dezember 2021 wollte er Landrat in Oberhavel werden, bei der Stichwahl verlor er gegen Alexander Tönnies (SPD). Für ihn sei es nun eine „logische Konsequenz“, sich um den Posten von Egmont Hamelow zu bewerben, so Sebastian Busse. Die CDU Oberhavel unterstützt den im Kremmener Ortsteil Staffelde lebenden Bürgermeister bei seiner Bewerbung fürs Landratsamt.

Im Zuge der Landratswahl „haben wir uns ja schon mal Gedanken darüber gemacht“, sagte Frank Bommert, der CDU-Chef in Oberhavel.
Allerdings habe er „auch Tränen in den Augen, weil ich ihn als Bürgermeister unheimlich schätze“, erklärte er außerdem. Busse habe in Kremmen viel bewegt, auch wenn es derzeit große Diskussionen um den Finanzhaushalt gebe. „Das Netto-Lager in Staffelde ist eine der größten Firmenansiedlungen in Oberhavel der letzten Zeit, das ranzuholen und zu managen, ist gut“, so Frank Bommert. „Er hat sich super in die Themen eingearbeitet.“
Frank Bommert schätzt Busses Chancen auf den Posten im Landratsamt als „nicht schlecht“ ein. „Er ist ein angesehener Bürgermeister, und er ist bei der kommunalen Familie im Stoff.“ Falls es wirklich so kommt, wie sich das Busse und die CDU wünschen, dann müsste in Kremmen neu gewählt werden.

Bei der jüngsten Bürgermeisterwahl 2024 setzte sich Kremmen knapp gegen Stefanie Gebauer (FWOK) durch. Bei der CDU-Wahlparty auf dem Spargelhof war übrigens auch Egmont Hamelow dabei.
Stefanie Gebauer müsste sich dann gegebenenfalls zu einer Bewerbung um den Bürgermeisterposten positionieren. Ebenso Michael Stemmler (AfD), der bei der Wahl 2024 im ersten Wahlgang ausgeschieden war. Und die CDU? „Wir würden den Posten wieder gern besetzen“, sagte Frank Bommert auf eine entsprechende Frage. Allerdings sei die Situation anders, es sei wenig Zeit, die Wahl vorzubereiten und einen entsprechenden Kandidaten aufzubauen.


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