Verhüllter Reichstag: 30 Jahre danach

Es ist ein Ereignis, das lange nachgewirkt hat: 1995 war für für gut zwei Wochen der Reichstag in Berlin verhüllt. Es war eine große Kunstaktion von Christo und Jeanne Claude.
Dreimal war ich damals dort – einmal als die Verhüllung gerade erst begonnen hatte, einmal mit der Schulklasse und einmal abends, mit meinen Eltern.
Es war nicht nur eine beeindruckende Kunstaktion – auch was die Berliner damals daraus gemacht haben, war großartig. Es war ein Volksfest, es gab überall Musiker, die Leute haben gepicknickt.

30 Jahre später sollte an dieses Ereignis erinnert werden. Auch dieses Mal sollte der Reichstag verhüllt werden – allerdings nicht so richtig, sondern nur mit Licht.
Auf der Westseite der Fassade wurde eine Verhüllung illuminiert. In einer 15-Minuten-Schleife wurde der Stoff runter- und wieder fallengelassen.
Das war durchaus schön anzusehen, und irgendwie auch wieder faszinierend. Mehr aber auch nicht.

Der Platz der Republik war dazu noch eine Baustelle, und die Stimmung war auch nicht so besonders gut. Zusätzlich zur Illumination hätte es ein bisschen passende Musik gebraucht, um Stimmung zu erzeugen.
An den Menschen vor Ort lag es nicht, dass die Stimmung eher lau blieb, die Leute waren bereit. Aber es war eben nicht dasselbe, und das konnte es ja auch nicht sein.


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