The Son

Wo ist er hin, der lustige, unbeschwerte Junge? Was ist mit ihm geschehen? Nicholas (Zen McGrath) ist wie ausgewechselt. Der 17-Jährige geht nicht mehr in die Schule, sitzt immer nur lustlos zu Hause rum, ist reizbar. Freunde scheint er nicht zu haben. Seine Gedanken sind düster, negativ.
Fing es an, als sich sein Vater Peter (Hugh Jackman) von seiner Mutter Kate (Laura Dern) getrennt hat? Weil der jetzt mit seiner neuen Frau Beth (Vanessa Kirby) eine neue Familie gegründet und Nachwuchs bekommen? Weil der keien Zeit für seinen Sohn hat? Nicholas lebt bei seiner Mutter – die kommt aber nicht an ihn ran.
Peter erklärt sich bereit, Nicholas bei ihm aufzunehmen – und tatsächlich scheint es, dass sich seine Stimmung aufhellt. Aber da ist ein Trugschluss.

Nicholas leidet ganz offenbar an schweren Depressionen. „The Son“ erzählt nicht nur davon, wie es Nicholas ergeht. Sondern vor allem davon, wie schwer es für seine Eltern ist, damit umzugehen. Wie nähert man sich einem Menschen, der psychisch schwer krank ist? Was tut dem Jungen gut? Was sollte man besser lassen? Schafft man es überhaupt ohne ärztliche Hilfe, Nicholas wieder auf die richtige Bahn zu lenken?
Es ist einerseits herzzerreißend zu sehen, wie Nicholas leidet. Zen McGrath spielt das auf fesselnde Weise. Es ist aber auch schwer zu ertragen, zu sehen, wie seine Eltern mit der Situation vollkommen überfordert sind. Sie unterschätzen die Situation, wissen es aber auch nicht besser.
Regisseur Florian Zeller, der auch am Drehbuch mitschrieb, erzählt, wie sich eine Depression zeigen kann. Wie „trickreich“ so eine Krankheit auch sein kann – vor vor allem: dass es eine Krankheit ist, die nicht so einfach verschwindet. Nicholas‘ Eltern müssen das im Laufe des Films schmerzvoll erfahren.
Da alles ist fesselnd, aber gegen Ende scheint den Autoren das alles zu entgleiten. Ohne zu viel zu verraten – aber die Variante einer Was-wäre-wenn-Fantasie ist leider vollkommen misslungen. Hätte man sich aus vielen Gründen sparen müssen. Das macht vieles kaputt…

-> Trailer auf Youtube

The Son
USA 2022, Regie: Florian Zeller
Leonine, 123 Minuten, ab 12
7/10


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