DI 02.05.2023 | 0.00 Uhr (Mi.) | rbb
Beim rbb scheint man das Genre der unkommentierten Dokus entdeckt zu haben. Einfach ein paar Leute in ihrem Leben begleiten, einfach draufhalten und sie zwischendurch immer wieder was erzählen zu lassen.
Da kann einerseits ganz reizvoll sein – könnte aber auch schnell beliebig und langweilig werden.
Am späten Dienstagabend zeigte der rbb die 4-teilige Doku „F*ck Berlin“. Und weil es ja der seriöse rbb ist, darf man natürlich nicht „Fuck“ schreiben.
Es geht um die geheimen Gelüste der Berlinerinnen. Neun Szenegängerinnen erzählen von Erlebnissen und Gefühlen im Nachtleben und ihrer sexuellen Emanzipation.
Da ist Maria, sie kommt aus einem streng gläubigen Elternhaus, und Gott spielt eigentlich auch bei ihr eine Rolle. Sie erforscht seit einiger Zeit, wie ihre sexuellen Wünsche mit ihrem Glauben zusammen gehen können. Ob Gott es vielleicht gewollt hat, dass sie Dreier hat.
Später können wir dabei zuschauen, wie sich eine Frau von einer anderen Frau knebeln lässt. Die Geknebelte ist erregt, es macht sie an.
Es ist ein skurriles Bild.
Jedem das seine. Ob es irgendwie aufregend ist, minutenlang bei der Knebelei zuzusehen, muss sowieso jeder selbst wissen.
Dass das aber nicht irgendwie eingeordnet wird, ist ein bisschen schade. So eine Stimme aus dem Hintergrund würde zudem für ein wenig Abwechslung sorgen. Das war auch das Problem der Dokureihe „Raus aufs Land“, die Berliner beim Umzug nach Brandenburg begleitete. Die war gar nicht mal uninteressant, weil aber auch sie unkommentiert blieb, wurde es bald etwas langatmig. Und Langatmigkeit schadet jeder Sendung – auch „F*ck Berlin“.
-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 25. April 2025)
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