Wenn man heutzutage in ein Lokal geht und sagt, man habe keinen Tisch bestellt, dann ist man ja schon mal unten durch. Dann wird man leicht augenrollend aber doch noch an einen Tisch gebeten.
Wir sind beim Griechen an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain – und das bedeutet: Ouzo. Als der Kellner die Karte bringt, hat er auch schon die vollen Ouzo-Gläser dabei. Ungefragt stellt er sie vor uns.
Später bestellen wir Getränke, ich will eine Cola. Als der Kellner mit den beiden Getränken wiederkommt, fragt er: „Für wen ist die Cola?“ Ich schaue ihn ein wenig irritiert an, denn er hatte die Bestellung ja erst gute zwei Minuten davor angenommen, und es waren ja nur zwei Getränke. Er stellt mir die Cola hin.
Wir bestellen das Essen. Dazu gehört auch, dass man sich die Beilagen aussuchen kann. Wir entscheiden uns für Kroketten und für Tomatenreis. Als ich wenig später meinen Teller bekomme, bin ich wieder irritiert. Ich starre mein Fleisch an. Es sieht so gar nicht nach Hackfleisch aus, sondern nach einem zerfledderten Etwas. Des Rätsels Lösung: Die Beilagen wurden vertauscht. Ich habe zwar meinen Tomatenreis, dafür aber Gyros. Mein Hackfleisch befindet sich auf dem Teller mit den Kroketten. Wir tauschen. Und irgendwie bin ich einerseits amüsiert – aber andererseits stört mich solche Unaufmerksamkeit wahnsinnig.
Und apropos: Im Folgenden interessiert sich der Kellner kaum noch für uns.
Erst bei der Bezahlung, wo er dann fragt, ob wir denn noch einen Ouzo möchten. Wir verneinen. Einer reicht, und ich muss ja noch fahren. Als er dann die Rechnung bringt, stellt er uns zwei Ouzo auf den Tisch.
Das war der Moment, wo ich dem Kellner am liebsten hätte eine scheuern können.
Essen ganz okay, Bedienung leider völlig daneben.
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