Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Stimme erheben

DI 03.11.2026 | 19.40 Uhr | RTL

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Gut gemeint ist, dass in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ die Themen KI-Fake-Videos und Hasskommentare thematisiert werden.
Nicht immer gut gemacht ist es, wenn man es derart plakativ mit gestanzten Dialogen macht.

Am Dienstag wurde es so richtig akut. Alicia wollte eigentlich Handwerker-Video produzieren, um zu zeigen, dass es auch Frauen drauf haben. Aber sie hat einen Hater. Der beschimpft sie immer wieder in bösen Kommentaren, die weiteren Hass nach sich ziehen. Höhepunkt: Der Hater veröffentlicht KI-Fake-Videos, in denen Alicia sehr anzüglich gezeigt wird.
Das trifft Alicia hart.

Das Thema ist wichtig und sehr aktuell. Weil es sich einerseits um den Hass im Social Media dreht, aber auch darum, was KI anrichten kann. Ein Vorbild könnten die Deepfakes sein, die Fernandes zeigen.

Allerdings wirken die Szenen, in den das alles passiert und bei denen sich Alicia mit den anderen Freunden darüber unterhält, als ob das Drehbuch für diesen Teil der Soap irgendwelche Behördenleute geschrieben haben.
Da werden am laufenden Band irgendwelche Klischeesätze gesprochen, die zwar inhaltlich angemessen und richtig sind, aber aber seltsam platt rüberkommen.

Da werden in Dialoge irgendwelche Statistiken eingestreut, die zwar im Plauderton vorgetragen werden, die aber in solchen Gesprächen sehr unglaubwürdig wirken. Wenn Alicia ihre Gefühle äußert, dann wirkt das wie in einer schlechten Doku. Immer wieder äußert einer der Protagonisten Parolen zum Thema, die von einem Info-Flyer stammen.

Du könntest jetzt sagen, dass GZSZ ja nun nicht für wahnsinnig gute Drehbücher steht. So schlecht steht es um die Serie nun wirklich nicht, aber dieser Handlungsstrang wirkte wie ein Fremdkörper in der ganzen Serie, wie von vollkommen anderen Leuten geschrieben, die sonst mit Serien nichts zu tun haben.
Guter Ansatz, aber in der Umsetzung ziemlich vergurkt.

-> Die Sendung bei RTL+


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