Invalidensiedlung

Nachdem hinter Hohen Neuendorf das gelbe Berliner Ortsschild an den Beginn der Siedlung in Frohnau versetzt worden ist, haben wir uns neulich gefragt, ob denn die Invalidensiedlung jetzt auch Ortsschilder hat, weil sie ja jetzt sonst außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt.

In dem Zusammenhang fiel mir auf: Ich war da noch nie. Deshalb bin ich auf der B96 einfach mal rechts abgebogen.

Die Invalidensiedlung liegt direkt an der Hohen Neuendorfer Stadtgrenze auf dem Gebiet von Berlin-Frohnau.
Man fährt unter der S-Bahn-Brücke hindurch. Und, nein, es gibt kein weiteres Berlin-Ortseingangsschild. Aber weil die Siedlung eine Tempo-30-Zone ist, ist das Schild an sich auch nicht nötig. Trotzdem wirkt es, als ob die Invalidensiedlung „ausgebürgert“ worden ist.

Es führt eine Straße rein, und dann biegt man in eine Art Rondell, an dem die alter Häuserblöcke aneinandergereiht sind.
Die Siedlung stammt von 1937/38. Sie wurde erbaut vom Heeresbauamt, das Gelände war eine Schenkung der Fürst-Donnersmarck-Stiftung. Das Invalidenhaus in Berlin-Mitte konnte nicht mehr genutzt werden. Um die 50 rote Backstein- und Klinkerhäuser sind dort in einer parkähnlichen Umgebung zwischen Bäumen gebaut worden. Es gibt sogar immer wieder mal historische Rundgänge.

Es gibt eine Stelle in der Siedlung, da kann man direkt nach Hohen Neuendorf reingucken. Von der dortigen Florastraße aus, gelangt man in die Invalidensiedlung. Also eigentlich ist sie mehr Hohen Neuendorf als Frohnau. Bis Anfang 1990 trennte beide Orte an der Stelle die Mauer, was sicherlich für beide Seiten sehr bedrückend war.
Heute können nur Fußgänger und Radfahrer die Landesgrenze passieren – also musste ich mit meinem Auto wieder die große Biege über die B96 nehmen.


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