The Social Reckoning

(1) -> 12.10.2010

Die digitalen Medien sind voller Hass. Das ist nicht nur eine subjektive Beobachtung. Das ist ein Fakt. Denn Firmen wie Meta oder X befördern Hass. Hass bringt nämlich Traffic auf die Seiten. Und dass Facebook das sogar unterstützt hat, das belegte 2020/21 eine Recherche des Wall Street Journals.
Was genau dort recherchiert wurde, das zeigt jetzt der Thriller „The Social Reckoning“.
2010 kam „The Social Network“ in die Kinos. Der Film zeigte, wie Mark Zuckerberg Facebook an den Start gebracht hat. Schon damals war klar, dass Zuckerberg ein mindestens seltsamer Mensch ist. Aber im Vergleich zu dem, was nun Teil 2 über Facebook erzählt, war das vor 16 Jahren ein putziger Kindergarten.

Frances Haugen (Mikey Madison) arbeitet bei Facebook als Ingenieurin. Aber mehr und mehr ist sie der Ansicht, dass bei dem Unternehmen etwas falsch läuft. Immer öfter wird nicht im Sinne der Nutzer entschieden, sondern im Sinne der Gewinnmaximierung – auch und gerade auf Kosten der Nutzenden.
Sie wendet sich an den Journalisten Jeff Horwitz (Jeremy Allen White). Er arbeitet für das Wall Street Journal, und er hat von den digitalen Medien eigentlich kaum Ahnung.
Worum es nun aber geht: Wieso all der Hass auf Facebook? Frances kann beweisen, dass Mark Zuckerberg (Jeremy Strong) und seine Leute durch neue Programmierungen den Hass unterstützen – denn Zuckerberg braucht die Klicks.

Die „Facebook Files“ von Jeff Horwitz erschienen tatsächlich 2021 im Wall Street Journal. In gewisser Hinsicht ist „The social Reckoning“ das Making of.
Es ist ein sehr bedrückender Film. Mark Zuckerberg, der Erfinder von Facebook, wirkte vor 16 Jahren noch schrullig und wunderlich. Heute zeigt Aaron Sorkin ihn in seinem Film als eiskalten Wirtschafter. Der Mann, der das „soziale Netzwerk“ leitet, ist in Wirklichkeit asozial und nahezu beratungsresistent. Auch scheint er eine Person zu sein, die geradezu ängstlich wirkt, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen muss.
Ansonsten erzählt der Film von einer Frau, die so wütend ist, dass sie all ihren Mut aufbringt, um etwas zu tun, das ihr eigens Leben ruinieren könnte.
Hier und da blitzt ein bisschen Humor durch, ansonsten aber ist „The Social Reckoning“ ziemlich niederschmetternd, zeitweise beängstigend, und er macht auch wütend.
Dass der Film an vielen Stellen wie eine Doku wirkt, ist da sicherlich beabsichtigt.

-> Trailer auf Youtube

The Social Reckoning
USA 2026, Regie: Aaron Sorkin
Sony, 112 Minuten, ab 12
8/10


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