phoenix vor Ort: Klingbeil-Statement zum Rücktritt von Bärbel Bas

MO 12.10.2026 | 11.50 Uhr | phoenix

Es war eine dieser Pressekonferenzen, die anders waren als sonst. Am Montagmittag ist sie live auf phoenix übertragen worden. SPD-Chef Lars Klingbeil äußerte sich zum Rücktritt seiner Kollegin Bärbel Bas.
Klingbeil wirkte er angefasst. Am Morgen hatte Bärbel Bas bekannt gegeben, dass sie sich vorerst zurückziehen wolle.

„Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten“, hatte sie erklärt. „Diese möchte ich mir ausreichend nehmen. Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden. Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben.“

Sie geht also nicht nur, um die Trauer zu bewältigen. Sie geht auch, weil man ihr nicht diesen Freiraum gelassen hat.

Dass sie als Arbeitsministerin schon länger in der Kritik stand, ist nichts Neues. Der Koalitionspartner CDU kritisierte sie, die Medien auch.
Aber auch als mindestens in der Politik der Grund ihres Fehlens klar war, gingen die Angriffe offenbar weiter. Es heißt, auch Bundeskanzler Merz sei nicht immer zimperlich gewesen.

Und nun steht da Lars Klingbeil und spricht über den harten und unmenschlichen Politikbetrieb.
Er hat insofern Recht, als dass eine gewisse Profilierungssucht herrscht. In der Regierungskoalition wird immer wieder öffentlich gestritten, es wird Besprochenes öffentlich gemacht, auf Kollegen draufgehauen. Mit der AfD ist alles noch schlimmer geworden, dort scheut sich keiner, draufzuhauen – ob berechtigt oder nicht. Deren Fans potenzieren das alles noch mal deutlich.

Das hält nicht jeder durch, und in einer Ausnahmesituation, wie sie sie Bärbel Bas offensichtlich gerade erlebt, können die Kräfte schnell endlich sein.
Man könnte sagen: Jetzt hält die Politik kurz inne.
Aber nein, inne hält da keiner. Auch dieses Thema sorgt, wie sollte es anders sein, für neuen Streit…


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