SA 10.10.2026 | HBO Max
Die Serie ist schon von 2023, lief ursprünglich bei Warner TV Serie, sondern bei HBO Max: „Boom Boom Bruno“ ist eine überraschende, kleine Serienperle aus Deutschland.
Bruno (Ben Becker) arbeitet am Berliner Stadtrand als Polizist, aber irgendwie fühlt er sich wie ein amerikanischer Cop. Ein bisschen überheblich, wortkarg, voller Vorurteile. Dass er selbst schwerkrank ist, ignoriert er. Schließlich ist er ein harter Kerl.
Mit Mark (Vincent zur Linden) bekommt er einen neuen, jungen Partner an seine Seite. Er ist das völlige Gegenteil von Bruno. Schüchtern, zart, mitfühlend. So richtig wohl in seiner Rolle fühlt er sich nicht. Und das weiß keiner, aber manchmal wird er zur Dragqueen.
Beide müssen sie in einem queeren Club ermitteln: Eine Dragqueen ist ermordet worden. Hat die Chefin des Clubs (Pierre Sanoussi-Bliss) ihre Hand im Spiel?
Natürlich ist es auch ziemlich viel Klischee, wenn solche gegensätzlichen Kollegen erzählt werden. Dass es trotzdem sehr gut funktioniert, liegt an Ben Becker und Vincent zur Linden. Der eine ist das überheblich-arrogante A…loch, der andere der verschüchterte Neuling. Der eine versteht die Welt nicht mehr, der andere ist fasziniert und verknallt sich auch noch. Der eine kämpft wegen seiner Krankheit, der andere zeigt Mut durch eine besondere Ermittlung im Club.
Das sorgt für viele rührende Momente, weil sich die beiden Charaktere durchaus annähern, fast wie Vater und Sohn. Gut ist, dass Bruno sich dafür kaum wandeln muss. Er poltert, aber er ist nicht ganz verbohrt.
Ein bisschen albern ist allerdings die Figur der Polizeichefin, die in ihrer Art vollkommen daneben liegt.
Die 6-teilige Serie spielt auf HBO Max ein ziemliches Schattendasein. Ein bisschen Scheinwerferlicht hätte sie durchaus verdient.
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