Corpus Delicti

Bald, in einer nahen Zukunft. Deutschland hat einige Umbrüche erlebt. Und nun herrscht die „Methode“. Gesundheit und Sichrheit steht über allem. Dafür werden die Menschen von Künstlichen Intelligenzen überwacht. Nichtzs geht ohne Überwachung.
Das scheint perfekt zu sein, Widerrede nicht nicht nötig. Und auch nicht wirklich möglich. Entweder bist du Methodist oder nicht.
Als der Bruder der Wissenschaftlerin Mia Holl (Hannah Herzsprung) wegen Mordes angeklagt ist, beginnt sie zu zweifeln. Sie ist überzeugt, dass Moritz (Damian Hardung) unschuldig ist.
Die Beweise sind eindeutig, aber vielleicht gibt es ja doch einen Fehler in dem ach so perfekten System. Sie beginnt eigene Ermittlungen. Denn der Anwalt ihres Bruders (Christian Friedel) scheint kaum eine Hilfe zu sein. Ebenso wenig der Journalist Kramer (Alexander Fehling).

Es ist eigentlich ein starker, aktueller Stoff, den „Corpus Delicti“ auf die Leinwand bringt. KI spielt in unserem Leben eine immer größere Rolle, und hier hat sie gewissermaßen an der Seite von herrschenden Menschen die Macht übernommen. Sie kontrolliert alles, lässt Ausbrüche aus dem System nicht zu. Will man ausbrechen, stehen relativ schnell Staatsschützer in der Wohnung.
Aber leider ist der Film von Lena Stahl vollkommen misslungen. In vielerlei Hinsicht.
Grundsätzlich ist die Handlung glaubhaft, schon allein, weil wir Ansätze schon erleben. Aber dem Film gelingt es nicht, das alles glaubhaft zu erzählen. Alles scheint wie eine Behauptung, die der Film nicht einlösen kann. Vermutlich wegen des zu geringen Budgets. Das Set wirkt unglaubwürdig spröde, alles ist Grau in Grau, und es gibt keine Antwort darauf, warum man in ferner Zukunft so leben werde.
Hinzu kommen mitunter schlimme Dialogszenen. Mit Hannah Herzsprung und Damian Hardung hat man tolle Schauspieler, aber ihre Texte sind erschreckend schlecht. Holzschnitzartig leiern sie teilweise ihre Dialoge runter, und die Kamera macht das mit einem langweiligen Schnitt-Gegenschnitt. Oft wirkt das alles wie Schülertheater, und das macht schon fassungslos, wenn man sieht, wer da auf der Leinwand spielt. Sie können es besser.
Das Ende, die Auflösung, kommt vollkommen aus dem Nichts, wird völlig unzureichend erklärt oder dargestellt. Warum die Leute so handeln wie sie handeln, bleibt im Dunkeln, ist rätselhaft.
Dieser Film ist eine riesige Enttäuschung.

-> Trailer auf Youtube

Corpus Delicti
D 2026, Regie: Lena Stahl
Leonine, 104 Minuten, ab 12
3/10


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