Adams Acht

Das wissen viele vermutlich gar nicht: 1958 war Ratzeburg in Schleswig-Holstein eine Hochburg des Rudersports. Und irgendwie ist das auch ganz zufällig passiert.
Hannu Salonen erzählt diese Geschichte in seinem Film „Adams Acht“. Das hätte ganz spannend und aufregend sein können. Wenn sich die Drehbuchschreiber Domenik Pockberger und Stephan Falk besser auf diese Story konzentriert hätten. Stattdessen haben sie den Film überfrachtet mit mehreren großen Nebengeschichten. Und teilweise schlimmen Dialogen.

Karl Adam (Oliver Masucci) ist in den 50ern Lehrer in Ratzeburg. Als er auf eine Gruppe junger Männer trifft, sich sich offenkundig langweilen, will er sie irgendwie beschäftigen. Er gründet mit ihnen eine Ruder-Gruppe. Und die Jungs schlagen sich gar nicht so schlecht. Sie beschließen, an der deutschen Meisterschaft teilzunehmen – und Olympia 1960 in Rom könnte auch ein Ziel sein. Die Ruder-Funktionäre (Axel Milberg, Heino Ferch) sind jedoch skeptisch.
Zur Gruppe gehört auch Hans Lenk (Felix Kammerer), der eine Freundin in der DDR hat, die direkt hinter Ratzeburg beginnt – aber er muss sich entscheiden, ob er dort bleiben will oder rudert. Sein Ruder-Kollege Manfred (Leonard Kunz) hat sich unterdessen in eine Frau verliebt, die ihn auch liebt, ihn aber verheimlicht. Und Trainer Karl muss sich mit seiner Vergangenheit in der NS-Zeit auseinandesetzen.

Es hätte ein richtig guter Film werden können. Aber leider verliert er sich in seinen Nebenschauplätzen, weil es versäumt wurde, Prioritäten richtig zu setzen und sich das Drehbuch am Ende daran verhoben hat.
Alleine die DDR-Story ist spannend genug, sie mal separat zu erzählen. Die Geschichte der Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze in den 50ern wird bislang nie richtig erzählt, die Abriegelung erfolgte dort früher als 1961. In diesem Film wirkt diese Story aber seltsam oberflächlich.
Wie überhaupt vieles in diesem Film sehr oberflächlich wirkt. Weil sich alles auf zwei Mitglieder der Ruderer konzentriert, weiß man am Ende nicht mal mehr die Namen der anderen, sie bleiben völlig blass. Teilweise werden Dinge aufgeworfen, die dann gar nicht richtig zu Ende gebracht werden.
Hinzu kommen oft sehr gestelzte Dialoge, die auch von den meist guten Schauspielern nicht gerettet werden konnten. Da werden mitunter schlimme Phrasen gedroschen.
Auffallend ist auch die schlechte Arbeit mit den Komparsen, die manchmal erschreckend schlecht agieren.
All das lässt einen dann immer wieder den Kopf schütteln. Und das, obwohl die eigentliche Story durchaus fesselnd ist.

-> Trailer auf Youtube

Adams Acht
D 2025, Regie: Hannu Salonen
Majestic, 124 Minuten, ab 6
5/10


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