Benzinpreis: Großer Druck für Unternehmer

Dirk Jänicke vom Truck- und Havariedienst in Schwante macht seinen Ärger öffentlich – Sorgen auch bei Fahrlehrer René Oestreich aus Löwenberg

MAZ Oberhavel, 19.9.2026

Oberhavel.
Die Benzinpreise klettern weiter, auch in Oberhavel. Am Donnerstag kostete der Liter Super E10 zwischen 2,269 Euro (vor 12 Uhr) und 2,469 Euro (nach 12 Uhr). Der Dieselpreis lag zwischen 2,429 Euro und 2,629 Euro.
Für Unternehmen, die auf Kraftstoffe angewiesen sind, ist das eine echte Herausforderung.

Auch für René Oestreich. Der Löwenberger betreibt die gleichnamige Fahrschule. „Der Preis wirkt ja nicht gleich“, erzählte er in einem Gespräch mit der MAZ am Donnerstag. Das liege an den Jahresverträgen, die abgeschlossen werden. „Wir könnten auf Halbjahresverträge umsteigen.“ Dann könnten Preisanpassungen schneller vorgenommen werden.
Aber was sollte sich nach seiner Ansicht nun verändern? „Ein Wechsel wäre nicht schlecht“, sagte er mit Hinblick auf die Regierung. Dinge müssten grundsätzlich geändert werden.

Auch Dirk Jänicke ist sauer. Er betreibt in Schwante den Truck- und Havariedienst Jänicke. Er machte auf seiner Facebook-Seite am Sonntag öffentlich seinem Ärger Luft.
„Wie lange soll das noch gutgehen?“, fragte er dort. „Die Spritpreise und laufenden Kosten steigen, Fahrzeuge, Ersatzteile, Versicherungen, Energie und Personal werden immer teurer. Und trotzdem wird erwartet, dass alles funktioniert wie bisher. Aber irgendwann geht die Rechnung nicht mehr auf.“
Er erlebe das jeden Tag in seiner Branche. „Wenn Menschen auf der Straße Hilfe brauchen, müssen wir funktionieren. Sofort“, so Dirk Jänicke weiter. „Doch egal, wohin man schaut, hört man inzwischen ähnliche Probleme.“ Der Unternehmer nennt Personalmangel, Kostendruck, Überlastung, Bürokratie und immer höhere Anforderungen.
„Viele versuchen längst nicht mehr, etwas aufzubauen oder weiterzuentwickeln. Viele versuchen nur noch, das bestehende System irgendwie am Laufen zu halten.“ Er plädiert dafür, dass Mitbewerber keine Feinde seien. „Wir sollten aufhören, uns gegenseitig das Leben schwerzumachen, uns über Preise kaputtzukämpfen oder nur darauf zu schauen, wer dem anderen einen Auftrag wegnehmen kann.“ Es gehe um den Zusammenhalt.
Von der Politik fordert er die Schaffung von „Rahmenbedingungen, unter denen sich Arbeit, Leistung, Unternehmertum, Investitionen und 24/7-Bereitschaft wieder lohnen.“ Politiker sollen, so Dirk Jänicke, den Menschen zuhören, „die nicht vom Schreibtisch aus darüber diskutieren, sondern jeden Tag und jede Nacht draußen dafür sorgen, dass dieses Land funktioniert.“
Deutschland brauche einen starken Mittelstand, funktionierende Einsatzstrukturen und vor allem Menschen, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen.

Die Reaktionen auf den Post seien sehr positiv gewesen, sagte der Unternehmer am Donnerstag in einem MAZ-Gespräch. Auslöser für seinen Post sei am Sonntag gewesen, dass er die Preise an der Tankstelle gesehen habe. Für acht Brötchen habe er dann gute 10 Euro bezahlt. „Irgendwas stimmt doch hier nicht“, sagte er dann. „So zieht es sich ja durch den ganzen Markt.“
Momentan würden viele Unternehmen noch gut funktionieren. „Die Frage ist aber: Wie lange noch?“, so Dirk Jänicke.
Seine Forderung: eine Abschaffung oder Reduzierung der CO₂-Steuer. Der Benzinpreis sei mit einer zu hohen Steuer belastet. „Da muss sofort etwas passieren.“

Ähnlich äußert sich René Oestreich in Löwenberg. „Ich hätte da schon eine ganze Liste“, sagt er in Hinblick auf Ideen, wenn es um das Sparen gehe.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Benzinpreis: Großer Druck für Unternehmer“

  1. Daggi

    Was für eine hohle populistische Sch*isse die MAZ hier mal wieder unwidersprochen verbreitet. Es muss sich was ändern, ahja. Die Regierung zum Beispiel, ach was.

    Die CO2-Steuer existiert, um fossile Kraftstoffe zu verteuern und Anreiz zu geben, auf günstigere Alternativen umzustellen. Auch ist die Steuer nicht die Ursache für den Preisanstieg, sondern die Tatsache, dass unsere Wirtschaft zu abhängig ist von Rohstoffen, die wir importieren müssen und die auf dem Weltmarkt gehandelt werden und bei Krisen eben entsprechend viel teurer werden. Auch das ließe sich durch höhere Stromanteile beim Verkehr lindern. Der Aufschlag landet auch zum Großteil nicht beim Staat, sondern bei den Produzenten und Spekulanten, was auch eine geringere Steuer nicht ändern würde.
    Der andere ist ja noch krasser, denn der scheint gar nicht verstanden zu haben, dass Marktwirtschaft über Wettbewerb funktioniert und der Preis dabei nun mal entscheidend ist. Wer ‚Zusammenhalt‘ unter Wettbewerbern fordert und den Preiskampf beklagt, beschreibt damit nichts anderes als ein Syndikat, bzw Preisabsprachen, also etwas, was das Bundeskartellamt ausdrücklich bekämpft und auch mal mit Strafen bedenkt.
    Was der Typ, der 8 Brötchen an der Tanke kauft uns eigentlich überhaupt sagen will ist mir dagegen völlig unklar. Ich kaufe meine Brötchen traditionell nicht dort, weil ich es nicht muss und auch 6 Euro dafür mir schon zu viel wären. Aber das ist eben die Entscheidung jedes einzelnen und auch Teil der Marktwirtschaft.

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