An der Eichenallee öffnete in der ehemaligen Bäckerei das „Café Malina“ – dort gibt es Frühstück, Torten und einige warme Speisen
MAZ Oberhavel, 15.9.2026
Leegebruch.
Wer auf den Tresen des neuen Cafés Malina in Leegebruch zusteuert, der wird gleich die Torten entdecken, die in der Kühlung stehen.
Gerade mal anderthalb Monate vergingen vom Aus des Cafés in Sommerfeld bis zur Neueröffnung in Leegebruch. Solche zumindest vorläufigen Happy-Ends gibt es nicht sehr oft, aber Adriana Obolewicz hat es erlebt.
Seit Anfang des Monats ist das „Café Malina“ in Leegebruch geöffnet. Es befindet sich dort, wo sich jahrzehntelang die Bäcker Joachim befanden (Eichenallee 20). Nach dem Aus des Bäckerladens stand das Geschäft nur sehr kurz leer.
„Das war sehr viel Arbeit hier“, sagt Adriana Obolewicz. „Aber jetzt sind wir zufrieden, die Leute haben uns ganz gut angenommen, viele kamen zur Eröffnung. Kinder wollten ein Softeis haben, die hatten es sehr vermisst.“
Das Geschäft ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Montag ist der Ruhetag. „Wir sind hier zu dritt, aber wir suchen noch mehr Leute.“
Nach einem Streit mit dem Verpächter in Sommerfeld wurde das Café dort nicht mehr weitergeführt. Die Betreiber suchten nach einem neuen Platz – mit Erfolg. Der Standort sei sehr viel besser als der vorherige Sommerfeld, sagt die 35-Jährige, schon allein weil es direkt neben dem Café einen Parkplatz gibt.
Los geht es um 10 Uhr mit einigen Frühstücksangeboten. So steht ein polnisches Frühstück für zwei Personen auf der Karte, mit Wurst, Käse, Schinken, Quark, Rührei, Gurke, Tomaten, Salat, Honig, Dips, Marmelade und einem Brotkorb. Daneben existieren aber auch zwei weitere Frühstücksvariationen, Spiegeleier und gekochte Eier sowie zwei Sorten Bowls mit Früchten, Joghurts und einiges mehr.
Darüber hinaus bietet das Café auch polnische Eierkuchen, Pierogi, Kartoffelklöße, Bohneneintopf, Bigos und Kartoffelpuffer mit Gulasch.
Adriana Obolewicz denkt zudem darüber nach, täglich wechselnde Mittagessen anzubieten – aber erst solle der Laden mal richtig laufen. „Wir hatten ja nicht sehr viel Zeit, das hier alles zu machen“, sagt sie mit Blick auf den Laden.
„Ich habe echt viel Arbeit mit dem Backen“, erzählt sie zudem. Denn die Torten backt sie komplett selbst. Beim Besuch am Mittwoch standen Baiser-Himbeer-Torte, eine Blaubeertorte, eine Schwarze-Johannisbeertorte, und eine Waldmoostorte in der Auslage. Das alles hat seinen Preis, die Tortenstücke kosten in Leegebruch zwischen 5 und 6,50 Euro.
Adriana Obolewicz stammt aus Polen. Die heute 35-Jährige lebte in einem Ort etwa 30 Kilometer östlich von Hohenwutzen. Vor etwa zehn Jahren kam sie nach Deutschland.
Anfangs arbeitete sie als Lagermitarbeiterin, unter anderem im Lidl-Lager in Orion bei Kremmen. „Ich wollte in einem Büro arbeiten, aber da habe ich nichts gefunden, und ich wollte auch keine Lagerarbeit mehr, weil meine Schulter kaputt ist. Ich wollte das machen, was ich liebe.“
Schon damals, zu Hause, hatte die Oma immer für sie gebacken, auch ihre Mutter. Von ihnen hat sie das gelernt. „Ich habe dann für meinen Sohn gebacken und dann gesagt: Das möchte ich machen“, erinnert sie sich.
„Es ist mein Traum, den ich umgesetzt habe. Jedes kleine Mädchen träumt von einem kleinen Café oder Restaurant, und irgendwann kommt die Zeit, da kann man den Wunsch wahr machen.“
Zunächst in Sommerfeld. Als das Aus dort klar war, schrieb sie auf Facebook einen Aufruf, dass sie einen neuen Laden suche. „Sehr viele Leute sagten mir Bescheid, dass der Bäcker Joachim in Leegebruch geschlossen ist.“
Sehr schnell habe sie Kontakt aufgenommen und sich den Laden angeschaut. „Hier durften wir unser Konzept umsetzen.“ Die Renovierung begann, „und da kamen die Leute schon gucken und haben sich gefreut.“
Gemeinsam mit ihrem Partner Krzysztof Przegalinski steht sie nun sechs Tage pro Woche im Geschäft. Auch wenn es um 10 Uhr öffnet, beginnt der Arbeitstag meist zwischen 8 und 9 Uhr. „Dann wird gebacken“, sagt die 35-Jährige, die in Kremmen lebt.
Abends geht es auch größtenteils viel länger als bis 18 Uhr. „Dann machen wir alles sauber, wir haben echt viel Arbeit, es ist ein langer Tag, aber vielleicht werden wir mit der Zeit schneller.“
Jetzt hofft Adriana Obolewicz erst einmal, dass sich das Café in Leegebruch gut einspielt. Es trägt den Namen „Malina“ – das polnische Wort für Himbeere. „Das passt zu uns.“ Gerade weil die Baiser-Himbeer-Torte so beliebt ist. „Die esse ich auch selbst am liebsten“, sagt sie.
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