23000 Leben

Sie wollten Menschen aus dem Mittelmeer retten. Menschen, die aus ihren Ländern geflüchtet sind und nun auf kleinen Schiffen übers Mittelmeer schippern – und dort verunglücken. Die Rettung dieser Menschen st ein gutes Anliegen – das aber findet längst nicht jeder. Ihnen drohen in Italien eine 15000-Euro-Strafe und 20 Jahre Haft.
Es ist eine wahre Geschichte, die der Film „23000 Leben“ erzählt.

Er könnte studieren, aber Lukas (Louis Hofmann) hat andere Pläne. Seine Mutter (Franka Potente) will es ihm ausreden. Lukas will ein Boot kaufen, um im Mittelmeer Menschen zu retten. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn natürlich fehlt Geld und anfangs interessiert sich niemand so richtig für seinen Plan.
Als ein Ehepaar aus Berlin-Kreuzberg (Corinna Harfouch, Ulrich Matthes) die finanzierung ermöglicht, kann „Jugend rettet“ starten.
Immer mehr Leute schließen sich dem Projekt an, aber es werden ihnen auch immer mehr Steine in den Weg gelegt. Können sie Regeln umgehen, ist es in Ordnung, sich strafbar zu machen, und wie weit kann man da gehen?

„23000 Leben“ heißt der deutsche Film – der kurz im Kino lief und inzwischen auf Netflix zu sehen ist – von Markus Goller. Und man ahnt schon, dass in der heutigen Zeit des Populismus sehr viele diesen Film hassen werden. Denn die Seenotrettung wird immer öfter als „Schlepperbande“ denunziert. Dabei geht es den Jugendlichen um Humanismus.
Es ist ein gutes Anliegen, und man merkt dem Film auch in fast jeder Minute an, dass den Schauspielern und dem Team das immer bewusst ist. Viele bekannte Darsteller tauchen im film auf, es scheint, dass sie sich da engagieren wollen.
Nur leider macht gutes Engagement noch keinen guten Film.
Fast permanent schreit uns dieser Film entgegen, dass er ja eine gute Botschaft hat. (Und die hat er in der Tat: werde aktiv, es kann sich lohnen!). Aber diese Holzhammermethode ist stellenweise leider sehr unangenehm. Viele Dialoge strotzen nur davon, dass sie uns sagen: Sehr her, wie gut diese Leute sind (Und, ja, das sind sie auch.) Das macht ihn zu einer verkappten Doku, wo jeder irgendwie Angst hat, schlecht dazustehen.
Diese aufgesetzte Gutmütigkeit tut fast schon weh, weil es so schade ist, dass auf diese Art und Weise das wirklich Gute, was wir da sehen, als nervig empfunden wird.
Tolles Anliegen, missglückte Umsetzung.

-> Trailer auf Youtube
-> Der Film auf Netflix

23000 Leben
D 2025, Regie: Markus Goller
Netflix, 112 Minuten, ab 12
3/10


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