Umbau vor der Grundschule Bötzow im August geplant – aber es herrscht Skepsis, ob sich dadurch die Verkehrssicherheit für die Kinder verbessern lässt
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MAZ Oberhavel, 4.8.2026
Bötzow.
Die mobile Ampel vor der Grundschule in Bötzow wird bald abgebaut. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises hat an dieser Stelle andere Pläne:
„In Bötzow wird ein Fußgängerüberweg auf Höhe der Grundschule, wo aktuell eine mobile Ampel steht, gebaut“, teilte Mandy Oys, die Pressesprecherin des Landratsamtes, mit.
Sieben Jahre lang steht nun schon die mobile Ampel an der Bötzower Grundschule. Aufgestellt worden ist sie im Juli 2019. „Wir haben uns das lange gewünscht, und es hat ein bisschen gedauert“, sagte Dirk Eger, der Leiter des Ordnungsamtes in Oberkrämer, damals.
Hintergrund war, dass wegen Bauarbeiten an der Brücke über der Bahnstrecke sehr viel mehr Autos über die Dorfaue fuhren als sonst. Außerdem gab es an der Kreuzung Dorfaue/Veltener Straße noch keine Ampel. „Wir wollten nun aber wenigstens eine provisorische Lösung finden, bis dort die Ampel in Betrieb geht“, so Eger 2019.
Jetzt aber gibt es an der Kreuzung die Ampel, und der Verkehr rollt auf der Landesstraße 20 auch wieder in Richtung Schönwalde über die Bahnbrücke. Die mobile Ampel an der Schule ist seitdem aber nicht wieder abgebaut worden – was wegen der Schule als sinnvoll betrachtet worden ist.
Die Grundschule bekommt stattdessen einen Zebrastreifen. Unklar ist, wann es so weit sein soll. „Voraussichtlich in der zweiten Hälfte der Sommerferien bis voraussichtlich zur zweiten Schulwoche ist die Straße deshalb halbseitig gesperrt“, so Mandy Oys in der ursprünglichen Mitteilung des Landkreises.
Das hätte bedeutet, dass die Arbeiten dafür voraussichtlich vom 3. August bis 4. September hätten stattfinden können, doch die Pläne könnten sich noch mal ändern.
„Aufgrund des Vergabeverfahrens verschiebt sich der Baubeginn voraussichtlich auf das Ende der Sommerferien“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung aus dem Landratsamt.
Der Landkreis prüfe derzeit gemeinsam mit dem beauftragten Bauunternehmen, ob eine Verschiebung in die Herbstferien möglich sei, um den Schulbetrieb möglichst wenig zu belasten.
Den Auftrag habe die Matthäi Bauunternehmen Berlin Brandenburg GmbH & Co. KG aus Velten erhalten. Inzwischen wird von einer Bauzeit ausgegangen, die nicht mehr vier, sondern nur noch zwei Wochen dauere.
Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen statt einer Ampel – eine gute Lösung? „Ich halte einen Fußgängerüberweg vor der Grundschule nicht für zielführend“, sagte Oberkrämers Bauamtsleiter Dirk Eger im Gespräch mit der MAZ. „Ampeln sind sicherer“, findet er. An einem Zebrastreifen stehen die Kinder am Fahrbahnrand und müssten mit den Augen kommunizieren, ob der Autofahrer hält oder nicht. Die Unsicherheit gibt es am Zebrastreifen immer, auch wenn das Auto in einem solchen Fall eigentlich immer halten müsste.
Dirk Eger räumt aber auch ein, dass eine Ampel wartungsintensiver sei. Zu den Plänen des Landkreises sagte er: „Ich bin kein Fan davon, aber besser als nichts. Wir werden das beobachten, aber ich befürchte, dass es nicht so gut funktioniert. Gerade für Erst- und Zweitklässler ist so ein Zebrastreifen schwierig.“
Auch Dorit Steinke, die Leiterin der Grundschule Bötzow, ist skeptisch. Dass vor der Schule bald statt der Ampel ein Zebrastreifen existiert, war ihr neu. Bei einem Zebrastreifen sieht sie die Gefahr der Minderung der Sicherheit. „Autofahrer achten eher auf die Ampel“, sagte sie. Sie weiß aber bezüglich der Ampel auch: „Es war ja immer mal im Gespräch, dass sie nicht mehr da sein soll.“ Auch angesichts der damaligen Gründe, warum sie 2019 aufgestellt worden war.
„Für mich steht die Sicherheit unserer Schulkinder an erster Stelle“, sagte Bötzows Ortsvorsteherin Mandy Haefner-Kozinc (FWO). „Die mobile Ampelanlage hat sich in den vergangenen Jahren aus meiner Sicht bewährt und bietet insbesondere den jüngsten Grundschulkindern eine klare und sichere Möglichkeit, die Straße zu überqueren“, erklärte sie am Donnerstag.
„Auch wenn an anderen Grundschulstandorten Zebrastreifen gut funktionieren und dort keine besonderen Unfallhäufungen bekannt sind, ist es meine persönliche Auffassung, dass eine Ampel gerade für die jüngeren Kinder ein höheres Maß an Sicherheit vermittelt“, so die Ortsvorsteherin.
Die Entscheidung liege aber beim Landkreis, „dennoch hätte ich mir den Erhalt der Ampelanlage gewünscht“, sagte sie.
Beim Landkreis verweist man in einer Mitteilung zu Bauarbeiten im August auf einen dauerhaften, barrierefreien Fußgängerüberweg an der Bötzower Grundschule, „der den Schulweg sicherer macht“.
Der neue Übergang erhalte eine Beleuchtung. „So entsteht eine langfristig sichere Querungsstelle für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule.“
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