Fred (Alexandra Lamy) war Lehrerin. Nun aber ist sie gekündigt, nachdem sie einer Schülerin eine Ohrfeige gegeben hat.
Der 17-jährige Adam (Julian Le Berre) sitzt mal wieder im Jugendarrest, ihm droht nach einem Gewaltausbruch der Knast.
Fred möchte etwas ganz Neues machen. Sie wendet sich an einen Verein, der sich um Jugendliche kümmert. In dem sie monatelang auf dem Jakobsweg unterwegs sind, will man ihnen eine neue Zukunft schenken. In dem sie die Zeit nutzen, Dinge zu erleben, über sich nachzudenken, ein Ziel zu erreichen.
So kommen Fred und Adam zusammen. Gemeinsam machen sie sich von Frankreich aus auf den 2000 Kilometer langen Weg nach Santiago de Compostela.
Unterwegs sind sie immer wieder mit ihrer jeweiligen Vergangenheit konfrontiert. Adam hat kaum Selbstvertrauen, in ihm steckt viel Hass, aber nach und nach taut er auf. Bis es zu einem Zwischenfall kommt.
Es ist ja bei weitem nicht der erste Film, der davon erzählt, wie Menschen auf dem Jakobsweg pilgern. In „Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“ ist es aber eine ganz neue Konstellation. Ein junger, wütender Mann wandert mit seiner Begleiterin, die ihn dabei unterstützen soll, quasi zu sich selbst zu finden. Das ist nicht erfunden, eine solche Organisation gibt es in Frankreich tatsächlich, und es ist ihr auch schon gelungen, Jugendliche auf den richtigen Weg zu bringen.
So ist dieser Film dann auch eine Mischung aus Reisetagebuch mit entsprechend schönen Jakobsweg-Momenten und Sozialstudie. Adam hat erst auf das alles keinen Bock, aber er merkt, dass ihm das alles gut tut.
Julian Le Berre und Alexandra Lamy ist ein gutes Team, und es macht Spaß, ihnen zuzusehen. Mit Humor, Drama und einem Hauch Spannung ist diese besondere Wanderung sehr sehenswert.
Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg
Frankreich 2025, Regie: Yann Samuell
Plaion Pictures, 114 Minuten, ab 12
8/10
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