SO 05.07.2026 | 9.03 Uhr | ZDF
Er ist beliebt, er wird bewundert, er ist gefürchtet, und er wird gehasst. Wenn Marcant auf einer Demo von Rechtsextremen auftaucht, dann rollen die Demoteilnehmer schon mit den Augen. Denn Marcant nervt sie mit seinem Mikrofon. Er geht zu diesen Demos, um die Leute zu fragen, warum sie dabei sind, was ihre Meinung dazu ist, und er konfrontiert sie mit Fakten, da wo es nötig ist.
Mit diesen Videos auf Youtube und anderen Plattformen ist Marcant innerhalb weniger Monate zu einem Social-Media-Star geworden. In der „37° Leben“-Reihe des ZDF ging am Sonntagmorgen in einer Doku dann auch um „Marcant – Content gegen Rechts“.
Marcant versucht etwas, was viele nicht machen: Er versucht mit Neonazis ins Gespräch zu kommen. Geht er zu entsprechenden Demos, dann versuchen ihn inzwischen meist schon irgendwelche Rädelsführer abzufangen, und den Demoleuten wird verboten, mit Marcant zu sprechen. Ein interessantes Demokratie-Verständnis. Vermutlich, weil sie ahnen, dass die Gespräche inhaltlich schwierig werden könnten.
Aber es ist spannend zu sehen, mit welcher Arroganz, aber durchaus mit ordentlich Schiss die jungen Faschisten ihm gegenüber treten. Meistens versuchen sie, zu flüchten. Sie werden frech oder bleiben völlig hohl. Nur wenige unterhalten sich mit ihm. Das ist dann entweder inhaltlich sehr flach oder durchaus erschreckend, wenn junge Männer sich als Rechtsextremisten bezeichnen. Marcant begegnet dem Ganzen mit zur Schau gestellter Gelassenheit, manchmal wirkt er auch arrogant, und allein durch seine Körpergröße ist er sehr präsent.
Bei einer Begegnung erkennt Marcant eine junge Frau, die im Vorjahr noch offen lesbisch beim CSD mitlief – jetzt läuft sie stolz bei den Nazis mit, und man muss sich schon fragen, was im vergangenen Jahr dort passiert sein könnte.
Hin und wieder kommt es vor, dass ihm junge Menschen schreiben, dass die aus der Szene ausgestiegen sind, auch wegen seiner Videos, die ihnen die Augen geöffnet hätten. Wenn man so was erreicht, dann ist es das höchste Lob, das man erreichen kann.
Aber er muss echte Opfer bringen. Ohne Personenschützer geht nichts, das Privatleben ist eingeschränkter. Das muss man auch erst mal wollen…
-> Die Doku im ZDF (bis 3. Juli 2031)
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