Ansturm auf die Tankstellen

Am Dienstag galt letztmals der 17-Cent-Tankrabatt – Vor 12 Uhr bildeten sich in Oranienburg teilweise Staus wegen des Tankstellen-Andrangs – Frust bei den Autofahrern

MAZ Oberhavel, 1.7.2026

Oranienburg.
Ansturm auf die Tankstellen in Oranienburg. Am Dienstagvormittag – in den Minuten vor 12 Uhr – waren scheinbar alle Tanksäulen in der Stadt besetzt.
An den Tankstellen in der Region gilt am Dienstag zum letzten Mal der Tankrabatt. Am Mittwoch, 1. Juli, werden die 17 Cent, die im Mai und Juni vom Bund abgezogen worden sind, nicht mehr gewährt, die Bundesregierung hatte eine Verlängerung abgelehnt.
An den Tankstellen führte das zu längeren Wartezeiten und sogar Staus. An der Star-Tankstelle reichte die Autoschlange bis auf die Walter-Bothe-Straße. Aus der Weißen Stadt kommend mussten Autofahrer – auch die, die gar nicht tanken wollten – Wartezeiten in Kauf nehmen.

Eine von denen, die warteten, war Daniela aus Oranienburg. „Ich habe heute Geburtstag“, erzählte sie. „Ich durfte heute um 11 gehen, und dann dachte ich, ich probiere das mal.“ Zu diesem Zeitpunkt wartete sie bereits zehn Minuten und stand noch nicht mal auf dem Tankstellengelände.
Immer um 12 Uhr dürfen die Tankstellen in Deutschland die Preise erhöhen, und es war bereits 11.45 Uhr. Dass sie es noch rechtzeitig schaffen würde, glaubte sie nicht. „Aber ich muss so oder so tanken“, sagte Daniela. „Ich muss morgen nach Berlin, da fällt das Homeoffice aus. Wenn es jetzt nicht klappt, dann habe ich eben Pech gehabt.“
Ähnlich ging es an diesem Vormittag Astrid, die mit ihrem Auto in derselben Warteschlange stand. „Ich hoffe“, antwortete sie auf die Frage, ob sie es noch vor 12 Uhr an die Tanksäule schaffen könnte.
Bevor sie sich in die Schlange gestellt hat, sei sie schon einmal um die Tankstelle herumgefahren. „Und jetzt kommt man nicht vor und zurück, denn die Leute hinter einem wollen ja auch rein, und die Einfahrt müssen wir auch freihalten. Das ist alles ein bisschen schlecht“, sagte sie zur Gesamtsituation im Tankstellenstau.

Zu diesem Zeitpunkt, am Dienstag gegen 11.45 Uhr, kostete der Liter Super E10 1,809 Euro. Damit ist bereits ein Preisanstieg im Vergleich zu den vergangenen Tagen zu verzeichnen. Am Freitag, 26. Juni, kostete der Liter Super E10 um kurz vor 12 Uhr noch 1,759 Euro, am 25. Juni 1,749 Euro. Um 12 Uhr stieg der Preis an der Star-Tankstelle um 19 Cent – auf dann 1,999 Euro. Super E10 blieb in Oranienburg unter der 2-Euro-Marke, allerdings nur durch den Tankrabatt.

Ähnlich voll war am Dienstagvormittag nach 11 Uhr die Aral-Tankstelle an der Berliner Straße in Oranienburg-Süd. Teilweise reichte der Stau der Wartenden bis auf die Berliner Straße.
„Das nervt alles!“, rief ein älterer Herr, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. Der Preis für den Liter Super E10 lag in Oranienburg-Süd um diese Zeit bei 1,819 Euro, also einen Cent teurer als bei der Star-Tankstelle zur selben Zeit.
Der Preisanstieg fiel dafür bei Aral etwas geringer aus. Um 12 Uhr kostete der Liter Super E10 dann 1,989 Euro, ein Plus in Höhe von 17 Cent.

Auch bei Total an der Saarlandstraße in Oranienburg-Süd herrschte am Dienstagvormittag zwischen 10 und 12 Uhr ein größerer Andrang als sonst – das war dort aber auch am Montagvormittag schon der Fall.

Bei Jet in Birkenwerder standen ebenfalls viele Autos an – die Schlange reichte zeitweise bis auf die B96, auf der es mitunter zu Staus kam.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Ansturm auf die Tankstellen“

  1. Daggi

    Erstaunlich, wieviele da wieder mal Zeit und Lust hatten, sich für meist weit weniger als 10 Euro Ersparnis in dieses Chaos einzureihen, noch dazu mittags an einem Werktag. Das gesparte Geld wurde wahrscheinlich gleich danach in einen schönen Döner investiert, um wieder klar zu kommen nach dem ganzen Stress und diesen Erfolg zu feiern. Komisches Völkchen diese Deutschen.

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