Von Oranienburg aus fahren momentan der RE5 und die RB32 zum Flughafen Berlin-Brandenburg – die MAZ hat getestet
MAZ Nordbrandenburg, 23.6.2026
Oranienburg.
Wer von Oranienburg aus mit dem Zug zum Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) will, hat derzeit zwei verschiedene Möglichkeiten. Denn der Regionalexpress RE5 wird ab dem Berliner Hauptbahnhof zum Flughafenexpress (FEX) und fährt direkt zum BER.
Vor allem für Reisende aus dem Norden von Oberhavel ergibt sich damit die Möglichkeit, ohne umzusteigen zum Flughafen nach Schönefeld zu gelangen.
In Oranienburg steht aber nun auch die Regionalbahn RB32 bereit. Auch sie fährt zum BER und weiter nach Ludwigsfelde. Beide Züge ergeben einen Halbstundenakt zum Flughafen.
Aber welcher Zug ist von Oranienburg aus für die Anreise zum Flughafen geeigneter? Die MAZ hat den Test gemacht und ist mit dem RE5/FEX und mit der RB32 zum BER und wieder zurück nach Oranienburg gefahren.
Auf den ersten Blick scheint es egal zu sein, mit welchem Zug man sich auf den Weg macht – aber am Ende gibt es dann doch ein eindeutiges Fazit.
Erste Fahrt: Mit der RB32 von Oranienburg zum BER. Laut Fahrplan braucht der Zug 56 Minuten. Er fährt von Oranienburg über Berlin-Hohenschönhausen, Lichtenberg, Ostkreuz und Schöneweide zum BER.
Vorteil für Reisende: Der Zug startet in Oranienburg, ist also so ziemlich leer. Wer mit großem Gepäck zum Flughafen reist, wird in diesem Zug viel Platz finden. Die Gepäckablage allerdings taugt nur wenig, denn sie ist zu schmal für großes Gepäck.
Bei der Testfahrt am Mittag um 12.09 Uhr befindet sich im Waggon nur ein weiterer Fahrgast – der den BER nicht als Reiseziel hat, wie er auf Nachfrage sagt.
Zwei Minuten später als geplant macht sich der Zug auf den Weg. Trotz der Verspätung erreicht die RB32 Hohenschönhausen pünktlich. Auch dort steigen nur wenige Leute ein. Das ist im morgendlichen Berufsverkehr anders. Da nutzen mehr Leute den dortigen Regionalbahnhof.
In Lichtenberg füllt sich das Abteil weiter, voll ist es aber bei weitem nicht. Unterdessen wird der Zug von der Klimaanlage ordentlich heruntergekühlt. Am Ostkreuz wird der Zug erstmals wirklich voll – was jedoch auch mit der gesperrten S-Bahn-Strecke rund um Schöneweide zu tun hat.
Am Ende kommt der Zug um 13.09 Uhr am BER an, vier Minuten später als geplant, aber immer noch unter einer Stunde nach der Abfahrt in Oranienburg. Am BER angekommen, geht es über die Treppe ins Terminal – und schon ist der Reisende am Ziel und kann einchecken.
Zweite Fahrt: Mit dem FEX/RE5 vom BER nach Oranienburg. Er fährt vom BER über Berlin-Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof, und Gesundbrunnen nach Oranienburg und weiter in Richtung Norden. Wer diesen Zug vom Flughafen aus nehmen will, muss aufmerksam sein. Der FEX – Flughafenexpress – fährt viermal pro Stunde zum Berliner Hauptbahnhof, aber nur einmal pro Stunde als RE5 weiter nach Oranienburg, Gransee und Fürstenberg. An den Anzeigetafeln im Terminal ist nicht ersichtlich, ob der FEX dann als Regionalexpress RE5 weiterfährt. Das geht nur mit dem Zug, der in Minute 16 – im Fall der Testfahrt um 13.16 Uhr.
Die digitalen Richtungsanzeiger auf dem Bahnsteig zeigen den FEX an, ein kleiner Hinweis darüber informiert, dass der Zug dann weiter nach Norden rollt. Am Zug selbst steht „REFE“, was ein wenig verwirrend ist. „REFE“ steht für „Regionalexpress Flughafenexpress“. Offenbar zeigen neuere Wagenmodelle das richtige Kürzel „FEX“ an.
Zu den verwirrenden Angaben über die Streckenführung äußert sich auf Nachfrage ein Sprecher der Deutschen Bahn. „Zurzeit gibt es noch Unregelmäßigkeiten bei den Außenanzeigen der Züge“, erklärt er. „Wir arbeiten hier bereits an einer Lösung.“
Er schreibt aber auch: „In den Auskunftsmedien und an den Stationen wird diese sogenannte Durchbindung der Züge korrekt dargestellt.“ Tatsächlich wird in der App die durchgehende Verbindung angezeigt. „Die Verwendung der unterschiedlichen Zugnummern ist unter anderem für die Erkennbarkeit des FEX für Fluggäste und Touristen erforderlich.“
Der Zug verlässt pünktlich den Tunnel unter dem Flughafen. Er soll 57 Minuten bis Oranienburg brauchen. Allerdings ist er ziemlich voll, zuvor war der Bahnsteig voller Reisender mit Gepäck. Der Zustieg war stressig, da erst mal ein Platz gefunden werden musste.
In den Berliner Bahnhöfen leert sich der Waggon deutlich, im Hauptbahnhof findet ein regelrechter Fahrgasttausch statt. Im Hauptbahnhof ändert sich das Label auf der Anzeigetafel im Zug – aus dem FEX wird der RE5. Nach einer gut achtminütigen, planmäßigen Standzeit rollt der Zug weiter. In Gesundbrunnen füllt er sich weiter. Mit zwei Minuten Verspätung rollt er in Oranienburg ein.
Dritte Fahrt mit dem RE5/FEX von Oranienburg zum BER. Diesmal geht es im Feierabendverkehr zum Flughafen. Der Zug um 16.40 Uhr rollt mit fünf Minuten Verspätung in Oranienburg los. Er ist ziemlich voll, für großes Gepäck ist da nicht wirklich Platz. Würde eine Familie mit jeweils einem Gepäckstück mitfahren, hätte sie ihre Probleme.
Der Zug bleibt bis zum Hauptbahnhof voll, leert sich dort, am Potsdamer Platz und Südkreuz steigen wiederum viele ein – der Zug bleibt voll, wenn auch zwischendurch auch hier ein fast kompletter Austausch stattgefunden hat. Der FEX kommt 17.46 Uhr, leicht verspätet, am BER an, die planmäßige Fahrtzeit liegt bei 65 Minuten, allerdings steht er im Hauptbahnhof einige Minuten.
Vierte Fahrt: Mit der RB32 vom BER nach Oranienburg. Die Bahn aus Ludwigsfelde kommt mit großer Verspätung am BER an, Abfahrt statt um 17.58 Uhr erst um 18.13 Uhr.
Viele Menschen steigen ein, allerdings kommt der Zug quasi leer aus Ludwigsfelde in Schönefeld an – es ist also Platz für alle da. Im Waggon sind viele Sprachen zu hören, die internationalen Touristen nutzen den Zug vom Flughafen in die Hauptstadt.
Spätestens ab Lichtenberg hat man den Waggon fast wieder für sich alleine, es ist viel Platz für Gepäck. Die Testfahrt endete um 19.15 Uhr – der Zug brauchte 62 Minuten. Angekündigt sind 54 Minuten.
Fazit: Die Regionalbahn RB32 eignet sich von Oranienburg aus sehr viel besser für die Zuganreise zum Flughafen als der RE5/FEX. In Oranienburg ist der Zug ziemlich leer, man hat also Platz für sich und das Gepäck. Dasselbe gilt für die Rückfahrt. Da füllt sich der Zug am Flughafen zwar, aber in der Regel hält es sich in Grenzen – und nach Oranienburg aus ist die RB32 wieder relativ leer.
Die Fahrtzeit beträgt immer etwa eine Stunde, ein Ticket pro Richtung kostet 5 Euro.
Es gibt jedoch ein großes Aber: Die umsteigefreie Verbindung mit der RE5 zum Flughafen ist keine dauerhafte Einrichtung. Das stellte der Sprecher der Deutschen Bahn klar. „Die aktuelle Durchbindung der Linie RE5 zum Flughafen BER ist nicht dauerhaft“, erklärt er. „Aktuell machen Arbeiten auf der Strecke diese Durchbindung nötig.“
Für Reisende aus dem Norden wäre eine dauerhafte Einrichtung des RE5 zum Flughafen allerdings ein echter Vorteil. Für die Oranienburger ist es hingegen sinnvoller, die RB32 zu nutzen, sie fährt täglich von 4.09 bis 22.09 Uhr jede Stunde.
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